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Larung Gar: Zerstörung und Vertreibung stoppen!

Nachrichten zu Larung Gar

14. Februar 2017 Frankfurter Rundschau

Menschenrechte dürfen kein Feigenblatt sein | Gastbeitrag von Michael Brand (CDU)

Die stille Diplomatie hat im Falle Chinas nicht geholfen. Die leise Kritik an Peking muss deutlich lauter werden. Mehr...

24. Januar 2017 Radio Free Asia (Engl.)

Zerstörung in Larung Gar geht doch ab Februar weiter

Anders als zuvor angekündigt, wollen chinesische Behörden die Abrissarbeiten im buddhistischen Lehrinstitut Larung Gar im osttibetischen Serthar, nun doch im Februar und nicht im April wieder aufnehmen. Bereits bis Ende März sollen die "Hauptarbeiten" abgeschlossen sein.  Mehr...

18. Januar 2017 Radio Free Asia

Larung Gar: Zerstörung und Vertreibung pausieren

Chinesische Behörden kündigen wegen des Winters eine Pause der Zerstörung und Vertreibung von Nonnen und Mönchen aus Larung Gar an. Im Frühling werde man aber in das buddhistische Lehrinstitut in Serthar zurückkehren und in einem "aggressiveren" Tempo vorgehen, wie Radio Free Asia berichtet. Mehr...

3. Januar 2017 RP Online

Chinesische Bulldozer rücken gegen tibetisches Kloster vor

Große Teile der Anlage Larung Gar sollen abgerissen werden - offiziell aus Brandschutzgründen. Aber es geht wohl eher um Politik.  Mehr...

29. Dezember 2016 Easy Voyage

Larung Gar in Tibet - bald wie vom Erdboden verschluckt?

Bald müssen Sie womöglich das tibetische Dorf Larung Gar von Ihrer Weltkarte streichen - denn diese buddhistische Gemeinde könnte von den chinesischen Behörden unter Umständen vollständig ausgelöscht werden. Vor wenigen Wochen fand erneut eine großflächige Zerstörung von Häusern statt. Mehr...

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Weltweit größtem buddhistischen Institut droht das Aus

Larung Gar: Zerstörung und Vertreibung stoppen - Jetzt mitmachen!

©BODHICITTA/Flickr, (CC BY 2.0)
Larung Gar ©BODHICITTA/Flickr, (CC BY 2.0)
Auch Michael Brand MdB/CDU, ehemaliger Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses, ruft dazu auf, sich für Larung Gar einzusetzen. ©Michael Brand
Michael Brand MdB/CDU mit StandWithLarungGar Plakat (©TID)

Mindestens 10.000 Buddhisten haben noch bis Juli 2016 in Larung Gar gelebt. Mehr als die Hälfte von ihnen wäre gezwungen, das buddhistische Institut zu verlassen, sollten die Zerstörung der Gebäude und die Vertreibung der Nonnen und Mönche nicht noch gestoppt werden. Mehr als 300 Regierungsbeamte sollen entsandt worden sein, um die Vertreibung zu organisieren. Medienberichten zufolge sind bis Anfang November etwa 3000 Menschen gezwungen worden, Larung Gar zu verlassen. Mehr als 1000 Gebäude wurden abgerissen.

Bitte beteiligen Sie sich an unserer Onlineaktion an Bundeskanzlerin Merkel. Fordern Sie gemeinsam mit uns die Bundesregierung auf, die chinesische Regierung dazu zu bewegen:

  •  die Zerstörung von Larung Gar sowie die Vertreibung von Nonnen und Mönchen zu stoppen und
  •  das Recht auf freie Religionsausübung zu gewährleisten

Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Bitte unterzeichnen Sie unsere Online-Petition.

UNTERZEICHNEN

Chinesische Regierung zerstört Larung Gar

Zerstörung Larung Gars 2016 ©Free Tibet
Zerstörung Larung Gars 2016 ©Free Tibet

Hinter dem harmlos klingenden Titel „8-Punkte-Plan“ verbirgt sich eine Katastrophe für den Buddhismus und die tibetische Kultur. Die chinesische Regierung hat mit diesem Plan die schrittweise Zerstörung der weltweit größten buddhistischen Institution Larung Gar im osttibetischen Serthar in Kardze eingeleitet - offiziell aus Brandschutzgründen. Wäre das glaubwürdig, hätten die Behörden mit der Klosterführung  entsprechende Bestimmungen ausarbeiten können.

Bereits im August 2015 reichten chinesische Behörden auf dem sogenannten 6. Tibet Arbeitsforum erste Anträge ein, die die schrittweise Zerstörung der weltweit größten buddhistischen Institution Larung Gar im osttibetischen Serthar in Kardze, einleiten sollten. Konkrete Maßnahmen wurden am 23. April 2016 auf der zweiten nationalen Arbeitskonferenz bekanntgegeben.

Initiiert werden diese Konferenzen von der chinesischen Regierung. Der dort verfasste „8-Punkte-Plan“ sieht vor, die Zahl der Unterkünfte für Mönche und Nonnen Schritt für Schritt auf 5.000 Plätze zu reduzieren und sie damit zum Verlassen des Klosters zu zwingen. Noch bis Juli 2016 haben mindestens 10.000 Buddhisten in Larung Gar gelebt.

Systematische Massenvertreibung

Lager in Ahkyab in Kardze, in das vertriebene Nonnen aus Larung Gar gebracht werden. 800 Nonnen sollen dort untergebracht sein. (Stand: 12. Dezember 2016) ©Zuhörer von Radio Free Asia
Lager, in das vertriebene Nonnen aus LArung Gar gebracht werden. ©Zuhörer von Radio Free Asia

Die tibetische Bloggerin Tsering Woeser hat am 20. Juli 2016 erste Bilder der Zerstörung auf ihrer Facebookseite veröffentlicht. Bereits in den ersten Wochen sind mehr als 600 Gebäude abgerissen worden. Schon kurz darauf, versuchten chinesische Behörden die Berichterstattung aus Larung Gar zu unterbinden und klemmten Internet- und Telefonleitungen ab. 

Trotz der chinesischen Informationsblockade dringen immer wieder Nachrichten aus Larung Gar an die Öffentlichkeit. Die Lage ist dramatisch: Mit großem Aufwand treiben die chinesischen Behörden die Zerstörung immer weiter voran. Mehr als 300 Regierungsbeamte sollen in das buddhistische Lehrinstitut entsandt worden sein, um die Vertreibung der Nonnen und Mönche zu organisieren. Allein am 30. Oktober sollen 300 Menschen, die aus Golog stammen, sowie 400 weitere aus Yulshul und anderen Regionen wie Chungchu, Ngaba und Dzamthang, vertrieben worden sein.

Patriotische Umerziehung auf Video

Anfang November vermeldete Radio Free Asia, dass alle, die das Institut verlassen mussten, sich anschließend einer patriotischen Umerziehung unterziehen müssen. Erst dann dürfen die Nonnen und Mönche wieder in ihre Heimatstädte zurückkehren. Diese Meldung wird durch ein Video bekräftigt, das in den sozialen Medien kursiert. Es zeigt Nonnen aus Larung Gar, die in Militärkleidung gezwungen werden, ein Loblied auf das "Mutterland" China zu singen. Im Wortlaut: "Tibeterinnen und Chinesinnen sind Töchter derselben Mutter. Der Name der Mutter ist China . Der Name der Mutter ist China." Inzwischen gibt es erste Bilder von Lagern, in die Nonnen aus Larung Gar untergebracht worden seien.

Nonnen und Mönche in Larung Gar sind verzweifelt

Besonders betroffen machen die Meldungen von den Selbstmorden der tibetischen Nonnen Rinzin Dolma, Semga und Tsering Dolma, die sich alle drei aus Verzweiflung über die Abrissarbeiten das Leben nahmen. In ihrem Abschiedsbrief schrieb etwa Rinzin Dolma, dass sie den Schmerz durch die permanente Schikane gegenüber Buddhisten, die einfach nur friedlich in Larung Gar lernen wollen, nicht mehr ertragen könne.

Zerstörung mit Ankündigung: Der "8-Punkte-Plan"

Im Wesentlichen sieht der 8-Punkte-Plan folgende Maßnahmen zur schrittweisen Zerstörung Larung Gars vor:

  • Bis 31. August 2016 sollen breitflächig Kameras zur Überwachung angebracht werden.
  • Bis 30. Oktober 2016 sollen alle "illegalen", seit 2013 neu gebauten Unterkünfte, und 1.500 "alte", "verfallene" Gebäude abgerissen werden.
  • Bis Ende 2016 müssen 2.200 Menschen Larung Gar verlassen haben. Bis zum 20. Oktober 2016 sollen es mindestens 1.200 sein.
  • 2017 soll die Anzahl der dort lebenden Nonnen, Mönche und Laien auf maximal 5.000 begrenzt werden.

Alle vorgesehenen Maßnahmen im tibetischen Originaltext und in englischer Übersetzung gibt es hier.

Bilder der Zerstörung Larung Gars 2016

Abrissarbeiten in Larung Gar ©Tibet Watch
Abrissarbeiten in Larung Gar ©Tibet Watch
Abrissarbeiten in Larung Gar ©Free Tibet

Zerstörung Larung Gars im Jahr 2001

Bilder von der Zerstörung Larung Gars, die in den Sozialen Medien kursieren.
Bilder von der Zerstörung Larung Gars, die in den Sozialen Medien kursieren.

Schon 2001 gab es den Befehl, die Einrichtung und damit die Heimat zahlreicher tibetischer Mönche und Nonnen zu zerstören. Viele wurden damals traumatisiert und haben bis heute psychische Probleme. Andere waren so verzweifelt, dass sie Selbstmord begingen. Etwa 8.000 Buddhisten, auch aus Taiwan, Hong Kong und Korea mussten das Kloster damals verlassen. Die Gesamtzahl der Bewohner wurde auf 1.400 Personen reduziert. Mönche und Nonnen wurden gezwungen, ihre Meditationshütten selbst zu zerstören.

Mehr als 500 Polizisten und Soldaten zerstörten 1.874 Unterkünfte von Mönchen und Nonnen und mindestens 2.000 Gebäude, in denen meditiert und gelehrt wurde. Das Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) hat ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung des Instituts im Jahr 2001 dokumentiert. 

Wissenwertes über die Besonderheiten des Larung Gar Instituts

Die Idee des Larung Gar Projekts hat ihren Ursprung in der ökumenischen Rime-Bewegung (rime=unparteiisch) im 19. Jahrhundert. Schon damals wurde versucht, eine Brücke zwischen verschiedenen Lehrtraditionen zu schlagen. Gemeinsamkeiten der tibetischen Spirualitiät wurden in den Vordergrund gestellt, ohne tradtionelle Hintergründe außer Acht zu lassen.

Larung Gar basiert auf einer nicht sektiererischen und traditionsübergreifenden Erneuerungsbewegung. Gläubige und lernwillige Ordinierte sowie Laien-Studenten unterschiedlicher Ethnien und geografischer Herkunft kommen im Institut zusammen.

Das Larung Gar Institut

Larung Gar. Aufnahme aus dem Jahr 2009. ©TID
Larung Gar. Aufnahme aus dem Jahr 2009. ©TID

Im Jahr 1980 gründete Khenpo Jigme Phuntsok Rinpoche Larung Gar als Zentrum für buddhistische Studien. Sieben Jahre später segnete der 10. Panchen Lama das Institut und gab ihm seinen heutigen Namen: Serthar Larung Gar Ngarig Nangten Lobling. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Einrichtung 2001 erstmals von einer staatlichen Razzia bedroht wurde, lebten dort mehr als 8.000 Nonnen, Mönche und Studenten. Heute sind es mehr als 10.000 praktizierende Buddhisten aus aller Welt, die dort dauerhaft wohnen. Dazu kommen etwa durchschnittlich 40.000 Kurzzeit-Gäste, die momentan dort leben. Die Einrichtung gilt als eine der wichtigsten Institutionen für die Bewahrung der tibetischen Kultur und des tibetischen Buddhismus.

Der Gründer Khenpo Jigme Phuntsok

Khenpo Jigme Phuntsok Foto: http://www.khenposodargye.org
Khenpo Jigme Phuntsok Foto: http://www.khenposodargye.org

Der Gründer Khenpo Jigme Phuntsok war nach der Razzia im Jahr 2001 gezwungen worden, mit dem Unterrichten aufzuhören und Larung Gar zu verlassen. Der chronische-erkrankte Rinpoche war in ein Militärkrankenhaus in Barkham gebracht worden. Er starb am 6. Januar 2004 unter bis heute ungeklärten Umständen in einem chinesischen Krankenhaus in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Offiziell heißt es, er sei an einem Herzinfarkt gestorben.

Bilder aus Larung Gar

Panoramaaufnahme von Larung Gar. Das buddhistische Lehrinstitut liegt im osttibetischen Serthar in Kardze.
Panormaaufnahme von Larung Gar
Für Larung Gar typische Gebäude.
Gebäude in Larung Gar.
Larung Gar wächst: In den Jahren 2009/2010 entstand der große Versammlungsraum für die Nonnen.
Larung Gar wird größer. Baumaßnahmen in den Jahren 2009 und 2010.
Frauen und Männer leben und studieren in Larung Gar streng getrennt.
Aussicht auf Larung Gar. Mönche auf einem Hügel.
Reinigungspersonal, Köche, Lehrkräfte u.a. leben dauerhaft in Larung Gar. Da es ein buddhistisches Lehrinstitut ist, leben die Studenten nur temporär dort.
Larung Gar ist kein Kloster. Im buddhistischen Lehrinstitut leben die Studenten nur vorrübergehend.
Im großen Versammlungsraum machen die Mönche Pause.
Im großen Versammlungsraum machen die Mönche Pause.
Larung Gar ist dafür bekannt, Lehrwillige unabhängig von Herkunft und Ethnie aufzunehmen. Auch viele chinesische Buddhisten leben dort.
Larung Gar. Das Institut entstand im Jahr 1980.
Larung Gar ist dafür bekannt, Lehrwillige unahängig von Herkunft und Ethnie aufzunehme
Viele der Mönche, die dort studieren, werden von ihren Klöstern entsendet.
Viele der Mönche, die dort studieren, werden von ihren Klostern entsendet.