
Menschenrechtsorganisationen, Klimaaktivist*innen und ehemalige politische Gefangene fordern gemeinsam mit zehntausenden Unterstützer*innen die sofortige Freilassung des Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten A-Nya Sengdra. Eine von der Tibet Initiative Deutschland und Students for a Free Tibet Berlin gestartete Petition hat innerhalb von 48 Stunden bereits über 17.000 Unterzeichner*innen in Deutschland mobilisiert.
A-Nya Sengdra hätte gestern, am 4. September 2025 nach sieben Jahren Haft freigelassen werden müssen. Stattdessen hat die chinesische Behörde seine Strafe willkürlich bis Februar 2026 verlängert. Als Reaktion auf diese eklatante Rechtsverletzung wandte sich die Tibet Initiative Deutschland gestern mit einem Schreiben an den Außenminister Dr. Wadephul, in dem sie die Petition beifügte, um die Dringlichkeit der Forderung und die breite Solidarität der Öffentlichkeit zu unterstreichen.
Tenzyn Zöchbauer, Geschäftsführerin der Tibet Initiative Deutschland:
„Zehntausende Menschen in Deutschland fordern die sofortige Freilassung von A-Nya Sengdra – ein unüberhörbares Signal an die deutsche Politik, endlich zu handeln. A-Nya Sengdra ist kein Verbrecher, sondern ein tibetischer Umwelt- und Anti-Korruptionsaktivist. Wir werden nicht wegsehen, während Xi Jinping versucht, die brutalen Menschenrechtsverletzungen in Tibet im Verborgenen zu halten.“
A-Nya Sengdra wurde am 4. September 2018 in Osttibet festgenommen und im Juli 2019 unter den Vorwürfen angeklagt, ‚Streitigkeiten zu führen und Ärger zu provozieren‘ sowie ‚Menschen zu versammeln, um die öffentliche Ordnung zu stören‘.
Mika Felix Schachenmayr von Fridays for Future Berlin betont:
„Der Einsatz für Natur und eine gesunde Umwelt ist kein Verbrechen, sondern ein Menschenrecht. Deutschland darf nicht schweigen, sondern muss sich für die tibetische Zivilgesellschaft einsetzen!“
Tenzin Kungashar, leiterin der Students for a Free Tibet Berlin, fordert:
„Ich appelliere an Außenminister Wadephul, sich entschieden für die sofortige Freilassung von A-Nya Sengdra einzusetzen. Er sitzt seit Jahren unschuldig im Gefängnis – nur weil er den Mut hatte, für eine bessere Zukunft Tibets einzutreten. Die Verlängerung seiner Haft zeigt, wie China grundlegende Rechte mit Füßen tritt und die Stimmen Tibets zum Schweigen bringen will.“
Die enorme Resonanz auf die Petition verdeutlicht die breite Solidarität der deutschen Zivilgesellschaft mit A-Nya Sengdra. Seit seiner Inhaftierung vor sieben Jahren haben UN-Menschenrechtsexpert*innen, Staaten und internationale Organisationen immer wieder öffentlich die Freilassung des 54-jährigen Aktivisten gefordert.
Dhondup Wangchen, tibetischer filmemacher und ehemaliger politischer Gefangener, unterstreicht:
„Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie lebenswichtig öffentliche Aufmerksamkeit für politische Gefangene ist. Sie kann darüber entscheiden, ob man im Gefängnis überlebt – oder nicht. Deshalb fordere ich die deutsche Regierung auf, den Fall von A-Nya Sengdra öffentlich zu benennen und seine sofortige Freilassung nachdrücklich einzufordern.“
Weitere Infromationen:
Petition für A-Nya Sengdra: innn.it/sengra
Hintergrund zu A-Nya Sengdra
Öffentliche Stellungnahme von 147 Tibet Organisationen
Kontakt: + 49 30 420 815 34 | zoechbauer@tibet-initiative.de
Last modified: 5. September 2025