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Mahnwache für Tenzin Delek Rinpoche in Berlin 2015

FREE ME! TENZIN DELEK RINPOCHE

„Was immer die Behörden sagen, ich bin vollkommen unschuldig“, heißt es in der Mitteilung. „Ich habe die Menschen immer angehalten, sich großherzig und achtsam zu begegnen.[…] Ich habe auch immer betont, dass es ein Vergehen ist, seine Hand gegen andere zu erheben.“ Tenzin Delek Rinpoche, in einer während des Prozesses an die Außenwelt geschmuggelten Botschaft vom 18. Januar 2003 distanzierte er sich in aller Deutlichkeit von der Anklage

TENZIN DELEK RINPOCHE

Tenzin Delek Rinpoche

 

Geboren: 1950

Gestorben: 12. Juli 2015, in chinesischer Haft

Verhaftet: 7. April 2002

Haftstrafe: ursprünglich Todesstrafe, dann lebenslänglich

Anklage: „Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag“, „illegaler Waffenbesitz“ und  „separatistische Aktivitäten“

Gefängnis: Chuandong (Sichuan)

Der tibetische Mönch Tenzin Delek Rinpoche wurde gemeinsam mit Lobsang Dhondup im April 2002 verhaftet und am 2. Dezember 2002 zum Tode verurteilt.

 

Beiden wurde die Beteiligung an einem Bombenattentat auf dem Hauptplatz von Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan, zur Last gelegt. Darüber hinaus beschuldigte man sie des „illegalen Waffenbesitzes“ und „separatistischer Aktivitäten“.

 

Lobsang Dhondup wurde hingerichtet, während die Vollstreckung des Urteils gegen Tenzin Delek Rinpoche auf zwei Jahre ausgesetzt und später auf internationalen Druck hin in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt wurde.

 

Nach seiner Festnahme verwehrte man Tenzin Delek Rinpoche acht Monate lang den Kontakt zur Außenwelt. In Haft wurde er schwer gefoltert. Kurz vor seinem Tod hatte er schwerwiegende Herzprobleme, Bluthochdruck und Beinleiden. Obwohl er laut Gefängnisarzt hätte operiert werden müssen, verwehrte man ihm die Behandlung. Am 12. Juli 2015 starb Tenzin Delek Rinpoche in chinesischer Haft. Sein Leichnahm wurde sehr schnell nach seinem Tod verbrannt, eine genaue Aufklärung der Todesumstände gibt es bis heute nicht.

 

Tenzin Delek Rinpoche war ein hoch angesehener Lehrer des Buddhismus aus Lithang. Er setzte sich für die Erhaltung der tibetischen Kultur und Identität ein. In seiner Gemeinde sorgte er für den Aufbau sozialer, medizinischer, schulischer und religiöser Einrichtungen zum Wohl der tibetischen Nomaden und leitete den Neubau von Klöstern für tibetische Nonnen. Zudem protestierte er vehement gegen die rücksichtslose Abholzung der Wälder.

UNSER EINSATZ FÜR TENZIN DELEK RINPOCHE

BUNDESWEITE AKTIONEN

Bundesweite Mahnwachen

Mahnwache fuer Tenzin Delek Rinpoche Muenchen Tibet InitiativeSeit seiner Verurteilung haben wir bundesweit kontinuierlich Aktionen und Mahnwachen für Tenzin Delek Rinpoche organisiert und Unterschriften für seine Freilassung gesammelt. Auf internationalen Druck von Tibet-Unterstützungsgruppen und Menschenrechtsorganisationen wurde sein Todesurteil im Januar 2005 in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt. Auch nach seinem Tod haben politische Entscheidungsträger dazu aufgefordert, die Umstände seines Todes, aufzuklären und die chinesische Regierung dabei in die Pflicht zu nehmen. In ganz Europa sind Tibet-Organisationen mit Protestaktion auf die Straße gegangen, um Gerechtigkeit für Tenzin Delek Rinpoches Familie zu fordern.

PETITIONEN

40.000 Unterschriften für seine Freilassung

Abgabe der Unterschriften für Tenzin Deleks Freilassung an Christoph Strässer

40.000 Tibeter aus Tenzin Delek  Rinpoches Gemeinde in  Tibet forderten 2009 in einer Petition die Wiederaufnahme seines Verfahrens. Der Versuch, die Petition der chinesischen Zentralregierung in Peking zu übergeben, scheiterte jedoch. Es folgten Hungerstreiks und Sitzblockaden, bei denen mindestens 90 Menschen festgenommen wurden. Zusammen mit internationalen Tibet-Organisationen hat die TID unterstützend über 40.000 Unterschriften für Tenzin Delek Rinpoche gesammelt und an die chinesische Regierung übermittelt.

POLITISCHE ARBEIT NACH SEINEM TOD

Nyima Lhamo in Berlin

Aufklärung im Fall Tenzin Delek Rinpoche

Tibet-Gespraechskreis Nyima Lhamo 14-02-2017Woran ist Tenzin Delek Rinpoche im Juli 2015 nach 13 Jahren in Haft gestorben? Diese Frage ist bis heute ungeklärt. Seine Nichte Nyima Lhamo ist aus Tibet geflohen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Gemeinsam mit der International Campaign for Tibet Deutschland e.V. waren wir am 14. Februar 2017 mit ihr bei politischen Gesprächen mit der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Bärbel Kofler (SPD), und im Tibet-Gesprächskreis im Deutschen Bundestag. Nyima Lhamo berichtete vom Schicksal ihres Onkels, den Repressionen, die sie selbst erfahren musste und warb um Unterstützung im Einsatz für politische Gefangene in Tibet.

Lesen Sie mehr über die persönliche Geschichte von Nyima Lhamo (PDF, Englisch)

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KONTAKT

ERFAHREN SIE MEHR

Tenzin Delek Rinpoche: Kein Fall für die Akten, Artikel Brennpunkt Tibet 3|2015

 

Stellungnahme seiner Studenten zu Tenzin Delek Rinpoches Tod (Engl.)

 

Menschenrechtsbeauftragter zum Tod des Bürgerrechtlers Tenzin Delek Rinpoche

 

CDU/CSU – Bundestagsfraktion – Steinbach: China muss Tod des tibetischen Bürgerrechtlers Tenzin Delek Rinpoche aufklären

 

SPD – Gabriel hat Menschenrechte auf der Agenda – Der Tod des tibetischen Mönchs und Bürgerrechtlers Tenzin Delek Rinpoche in Haft zeigt die Brutalität der Repression in China

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