

(c) Manuel Bauer Agentur Focus
Geboren: 1926
Verhaftet: 3. September 1983
Haftstrafe: ursprünglich 15 Jahre, zweimal verlängert auf insgesamt 28 Jahre
Anklage: „Verbreitung und Anstiftung zu konterrevolutionärer Propaganda“
Freilassung: 31.3.2002
Takna Jigme Sangpo wurde am 3. September 1983 verhaftet, weil er am Jokhang-Tempel in Lhasa ein Protestplakat gegen die chinesische Besetzung angebracht hatte. Am 30. November 1983 wurde er wegen „Verbreitung und Anstiftung zu konterrevolutionärer Propaganda“ zu 15 Jahren Haft verurteilt sowie 5 Jahren Aberkennung seiner Bürgerrechte.
Der tibetische Lehrer war bereits in den sechziger und siebziger Jahren insgesamt 16 Jahre inhaftiert. Mit 37 Jahren hinter Gittern gehört er zu den am längsten inhaftierten politischen Gefangenen in Tibet. Auch im Gefängnis setzte Jigme Sangpo seinen Protest gegen die Unterdrückung in Tibet fort und wurde dafür 1988 zu weiteren 5 Jahren und 1992 nochmals zu 8 Jahren Haft verurteilt.
Im Gefängnis wurde Takna Jigme Sangpo misshandelt und gefoltert. Narben auf Rücken und Armen sind Zeugnisse davon. Nach seiner Entlassung war er auf medizinische Behandlung angewiesen, da er an hohem Blutdruck, einer Herzkrankheit sowie Zittern an Händen und Füßen litt.
Takna Jigme Sangpo wurde schließlich auf internationalen Druck hin am 31.03.2002 entlassen. Seit August 2002 lebt er als politischer Flüchtling in der Schweiz im Kloster Rikon.
Die Tibet Initiative hat sich mit Aktionstagen, Mahnwachen und Postkartenaktionen an dem weltweiten Protest für seine Freilassung beteiligt. Takna Jigme Sangpo Entlassung 9 Jahre vor dem Ablauf seiner langen Haftstrafe erfolgte auf viele Jahre Kampagnenarbeit des internationalen Tibet-Unterstützer-Netzwerks und anderer Menschenrechtsorganisationen in der ganzen Welt.