

Name: Runggye Adak
Geboren: 1955
Familienstand: 11 Kinder
Verhaftet: 1. August 2007
Haftstrafe: 8 Jahre
Anklage: „Provokation zum Umsturz der staatlichen Macht“
Gefängnis: Mianyang
Entlassen: 31. Juli 2015
Der tibetische Nomade Runggye Adak wurde im August 2007 während der Eröffnungszeremonie des alljährlich stattfindenden Pferderennens in Lithang verhaftet. Am 20. November wurde er unter anderem wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ zu 8 Jahren Haft sowie zu 4 Jahren Aberkennung seiner Bürgerrechte verurteilt. Am 31. Juli 2015 wurde er aus der Haft entlassen.
Runggye Adak hatte während des Fests in einer spontanen öffentlichen Ansprache die Rückkehr des Dalai Lama und die Freilassung politischer Gefangener gefordert und wurde direkt im Anschluss von der Polizei festgenommen. Daraufhin zogen Hunderte Tibeter vor die örtliche Polizeistation und forderten seine sofortige Freilassung. Schließlich stürmten Soldaten sein Heimatdorf und nahmen mindestens 20 Tibeter fest. Darunter Adaks Cousin Adruk Lupoe sowie den Sänger Jamyang Kunkhyen und den Nomaden Jarib Lothog, die später ebenfalls zu Haftstrafen von 3-10 Jahren verurteilt wurden. Zudem wurde ein starkes Militär- und Polizeiaufgebot nach Lithang entsandt, um weitere Proteste zu unterdrücken.
Runggye Adak wurde am 31. Juli 2015 aus der Haft entlassen. Gesundheitlich ging es ihm auch nach seiner Entlassung sehr schlecht. Sein Hör- und Sehvermögen ist wahrscheinlich aufgrund von Misshandlungen stark beeinträchtigt.
/ Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10.12.2007 veranstaltet die Tibet Initiative bundesweit Aktionen und Mahnwachen für die politischen Gefangenen Ruggye Adrak und Adruk Lopoe.
/ 2007/2008 setzt sich die Tibet Initiative für Runggye Adaks Freilassung ein und sammelt fast 3.000 Unterschriften.
/ Im Januar 2012 überreichte die Tibet Initiative 20.000 Unterschriften für tibetische politische Gefangene, darunter auch Runggye Adak, an den damaligen Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Markus Löning.
/ Im Juli 2014 überreicht die Tibet Initiative dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Christoph Strässer 10.200 Unterschriften für die politischen Gefangenen Runggye Adak, Wangdu und Dhondup Wangchen.