

Geboren: 8. Mai 1968
Verhaftet: 3. Januar 2010
Haftstrafe: 15 Jahre
Anklage: „Grabräuberei“ und „Hehlerei“
Familienstand: verheiratet, zwei Töchter
Gefängnis: Xinjiang
Karma Samdrup wurde im Januar 2010 festgenommen und ein halbes Jahr später zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich erhielt er 5 Jahre Aberkennung seiner Bürgerrechte und eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Yuan (ca. 1280 Euro). Karma Samdrup war es in den ersten 6 Monaten seiner Haft nicht erlaubt, seinen Anwalt zu treffen. Zudem verwehrten die chinesischen Behörden seinem Anwalt eine Kopie der Anklageschrift und verschoben den Prozesstermin ohne vorherige Ankündigung. Eine Anfechtung des Urteils lehnten sie ab.
Karma Samdrup ist ein bekannter Geschäftsmann und Umweltaktivist. Er setzte sich für die Freilassung seiner beiden Brüder, Rinchen Samdrup und Jigme Namgyal, ein. Letztere wurden im August 2009 verhaftet, als sie versucht hatten, die lokale Polizei vom Wildern abzuhalten. Karma Samdrups älterer Bruder Rinchen Samdrup wurde im Juli 2010 zu 5 Jahren Haft, sein jüngerer Bruder Jigme Namgyal zu 21 Monaten „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt. Offiziell lauteten die Anklagepunkte gegen Karma Samdrup „Grabräuberei“ und „Hehlerei“ und bezogen sich auf einen Vorfall aus dem Jahr 1998. Diese Anschuldigungen waren jedoch damals abgewiesen worden.
Karma Samdrup, Rinchen Samdrup und Jigme Namgyal sind die Gründer der erfolgreichen und mehrfach international ausgezeichneten Umweltorganisation „Three Rivers Environmental Protection Group“. Diese hat für ihren Einsatz zum Schutz der tibetischen Kultur sowie der Wildtiere auf dem tibetischen Hochplateau große Anerkennung gefunden.
Vor Gericht sagte Karma Samdrup aus, dass er bei den Vernehmungen schwer misshandelt und gefoltert worden sei. Seine Frau Dolkar Tso berichtete nach der Gerichtsverhandlung, dass ihr Mann unter dem Einfluss von Medikamenten zu stehen schien, nicht ausreichend geschlafen habe und gefoltert wurde. Auch sein Anwalt bestätigte dies und gab an, Karma Samdrup mache einen unterernährten und körperlich insgesamt schwachen Eindruck.

Im Januar 2012 überreicht die Tibet Initiative dem damaligen Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, 20.000 Unterschriften für politische Gefangene, darunter Karma Samdrup.
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