

(c) Filming for Tibet
Geboren: 17. Oktober 1974
Familienstand: verheiratet, 4 Kinder
Verhaftet: 26. März 2008
Haftstrafe: 6 Jahre
Anklage: „Anstiftung zum Separatismus“
Gefängnis: Frauengefängnis von Qinghai
Freilassung: 5. Juni 2014
Dhondup Wangchen, Regisseur der international bekannt gewordenen Dokumentation „Leaving Fear Behind“, wurde im März 2008 in der Provinz Qinghai festgenommen. Über ein Jahr lang blieb sein Schicksal unbekannt. Schließlich befand man ihn am 28. Dezember 2009 in einem geheimen Gerichtsverfahren wegen „Staatsgefährdung“ für schuldig und verurteilte ihn zu 6 Jahren Haft.
Zwischen Oktober 2007 und März 2008 bereiste Dhondup Wangchen zusammen mit Golog Jigme weite Teile Tibets und drehte dabei heimlich den Dokumentarfilm „Leaving Fear Behind“. Sie zeichneten über 100 Interviews mit Tibetern auf, die sich trotz drohender Verfolgung offen über ihre Lebenssituation in Tibet äußern und von Unterdrückung und Diskriminierung sprechen, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind. Noch vor Beginn der Unruhen in Tibet Mitte März 2008 gelang es, den Film aus dem Land zu schmuggeln. Kurz darauf wurden Dhondup Wangchen und Golog Jigme verhaftet.
Dhondup Wangchen leidet an Hepatitis B und befand sich auch nach seiner Freilassung am 5. Juni 2014 in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Eine angemessene medizinische Behandlung wurde ihm stets verweigert. Nach monatelanger schweren Misshandlung und Isolationshaft im Xichuan Arbeitslager, wurde er im Januar 2013 in ein Frauengefängnis in der Provinz Qinghai verlegt.
Seine Ehefrau Lhamo Tso erhielt im Februar 2013 politisches Asyl in den USA. Dhondup Wangchen stand unter Beobachtung und durfte Tibet nicht verlassen. Im Dezember 2017 gelang ihm die Flucht. Am 27.12. wurde bekannt, dass Dhondup Wangchen es in die USA geschafft hatte. Nach 10 Jahren konnte er endlich seine Familie wiedersehen.
/ Im März 2009 überreicht die Tibet Initiative dem Auswärtigen Amt über 10.000 Unterschriften für Dhondup Wangchens Freilassung. Die Chinesische Botschaft hatte zuvor die Annahme der Unterschriften verweigert.
/ Nach Bekanntmachung seiner Verurteilung folgt im Januar 2010 eine Eilbrief-Aktion an den chinesischen Botschafter in Berlin.
/ Im Rahmen der Kampagne „Weil ich sage, was ich denke“ setzte sich die Tibet Initiative auch für Dhondup Wangchen ein und überreicht der Chinesischen Botschaft in Berlin anlässlich des 51. Jahrestags des tibetischen Volksaufstands am 10. März 2010 insgesamt 8.000 Unterschriften
/ Im Juli 2014 überreicht die Tibet Initiative dem Menschenrechtsbeauftragten der Deutschen Bundesregierung Christoph Strässer 10.200 Unterschriften für die politischen Gefangenen Dhondup Wangchen, Runggye Adak und Wangdu.
Dhondup Wangchen ist auf Initiative der Tibet Initiative Deutschland in die Einzelfall-Liste der deutschen Bundesregierung aufgenommen worden.
Im Oktober 2010 empfängt die Tibet Initiative Dhondup Wangchens Frau Lhamo Tso in Berlin, die im Rahmen politischer Gespräche und eines Filmabends „Leaving Fear Behind“ um Unterstützung für ihren Mann wirbt.