Selbstverbrennungen als Protest

Aktion in Berlin in Gedenken an die Selbstverbrennungsopfer in Tibet. ©TID
Aktion in Berlin in Gedenken an die Selbstverbrennungsopfer in Tibet. ©TID

Seit Februar 2009 haben sich mindestens 145 Tibeter in Tibet aus Protest gegen die chinesische Unterdrückung selbst angezündet. Weitere insgesamt neun Selbstverbrennungen fanden in China (Beijing), Nepal und Indien statt. Die chinesischen Behörden kennen auf den tibetischen Ruf nach Selbstbestimmung immer nur die gleiche Antwort: Gewalt und Repressionen. Immer mehr Truppen werden in die abgeriegelten Krisenregionen verlegt, sich häufende Massendemonstrationen werden brutal niedergeschlagen. Die Familien der Tibeter und Tibeterinnen, die sich selbst verbrannt haben, werden kriminalisiert.

Kelsang Gyaltsen im Interview: "Warum verbrennen sich Tibeter selbst?" (Video)

Kelsang Gyaltsen Videointerview zu den Selbstverbrennungen in Tibet

Kirti Rinpoche im Interview über die Selbstverbrennungen in Tibet (Video)

Kirti Rinpoche über die Selbstverbrennungen in Tibet

Politische Statements zur Lage in Ost-Tibet und den Selbstverbrennungen

Politische Statements zur Lage in Osttibet und den Selbstverbrennungen

Medien: Berichterstattung über die Selbstverbrennungen in Tibet

Berichterstattung über die Selbstverbrennungen

Selbstverbrennungen in Tibet seit 2009

Gudrub, gestorben am 4.10.2012 in Nagchu

Letzte Worte

Manche der Selbstverbrennungsopfer haben Botschaften hinterlassen. So zum Beispiel Gudrup, ein 43-jähriger tibetischer Schriftsteller, der sich am 4. Oktober 2012 im Bezirk Driru, Präfektur Nagchu, TAR, verbrannte:

„Seine Heiligkeit der Dalai Lama befürwortet eine gewaltlose Politik des Mittleren Weges zur Verwirklichtung des Rechts Tibets auf Autonomie. Sechs Millionen Tibeter folgen den Lehren Seiner Heiligkeit. Doch die KPC achtet uns nicht. Statt dessen nehmen sie jene Tibeter, die die ihnen zustehenden Rechte einfordern fest und foltern sie. Sie machen den Dalai Lama schlecht, und wenn jemand Tibet nicht als einen Teil Chinas anerkennt, dann verschwindet er oder wird ermordet. Sie haben nichts für die Tibeter übrig. Um die Welt wissen zu lassen, wie die Lage in Tibet tatsächlich ist, müssen wir unsere friedlichen Handlungen drastischer gestalten, indem wir unsere Körper in Flammen setzen und die Unabhängigkeit Tibets hinausschreien.“

Sonam Zamthang, gestorben am 19.4.2012 in Ngaba

Sonam Zamthang, ein 24-jähriger Student, und Choepak Kyab, ein 25-jähriger Student, verbrannten sich am 19. April 2012 in der Nähe des großen Jonang-Klosters in Dzamthang. Ihre letzten Worte erschienen bei YouTube:

„Die tibetische Nationalität ist verschieden von anderen, denn sie hat ihre eigene Religion und Kultur. Sie ist auch einzigartig, weil sie Liebe und Mitgefühl lehrt und sich dem Wohl der anderen widmet. Das tibetische Volk wird jedoch gewaltsam von China besetzt gehalten und unterdrückt.

Cheopak Kyab
Cheopak Kyab

Das tibetische Volk leidet, denn ihm werden die fundamentalen Menschenrechte versagt. Um der Wiederherstellung der Freiheit in Tibet und des Weltfriedens willen setzen wir uns in Flammen. Das Leiden des tibetischen Volkes infolge der Verweigerung seiner Freiheit ist viel größer als die Tragödie der Verbrennung unserer Körper."

(Quelle: “China: Last Words of 19 Tibetans Who Committed Self-Immolation” http://woeser.middle-way.net/ )