Menschenrechtslage in Tibet

Menschenrechte in Tibet Foto mit Golog Jigme ©TID/Hiroshi Aoki

Syrien, Nordkorea und Tibet – in keinen anderen Ländern werden Menschenrechte derart mit Füßen getreten. Das geht aus dem Bericht "Freedom in the World 2016" hervor. Wer seine Meinung äußert, riskiert seine Freiheit, oft sogar sein Leben. Tibeter, die sich aus Sicht der chinesischen Regierung regimekritisch verhalten, werden willkürlich festgenommen, oft für Jahre ins Gefängnis gesperrt und dort brutal gefoltert. Religionsfreiheit existiert nur auf dem Papier und der tibetischen Kultur droht das Aus: Klöster und historische Stätten werden zerstört. In vielen Gegenden dürfen die Tibeter nicht einmal ihre eigene Sprache sprechen. Wer ein Bild des Dalai Lama besitzt oder die tibetische Flagge öffentlich zeigt, wird selbst dafür hart bestraft. Die Gedanken sind frei - aber nicht in Tibet.

Willkürliche Inhaftierung und Folter

Politische tibetische Gefangene

In Tibet werden friedliche Proteste gegen die chinesische Unterdrückungspoilitik gewaltsam niedergeschlagen. Tibeter werden festgenommen, inhfatiert und gefoltert. Meist wird ihnen medizinische Versorgung verwehrt. Nicht selten sterben sie an den Folgen der Haft. Wir setzen uns für die Freilassung tibetischer politischer Gefangener ein.

FREE ME-Kampagne für politische Gefangene

Religions- und Glaubensfreiheit

Religionsfreiheit in Tibet ©Matthias Hoch

Religionsfreiheit und Glaubensfreiheit existieren in Tibet nur auf dem Papier. Obwohl die chinesische Verfassung in Artikel 36 die freie Religionsausübung garantiert, steht der tibetische Buddhismus unter absoluter staatlicher Kontrolle. Klöster werden strengstens überwacht. Nonnen und Mönche werden im Rahmen sogenannter patriotischer Umerziehungskampagnen gewaltsam gezwungen den Dalai Lama zu verleugnen und der Kommunistischen Partei China (KPCh) Treue zu schwören. Die chinesische Regierung greift zunehmend auch in die religiöse Praxis ein und versucht insbesondere die Nachfolgefrage des Dalai Lama zu bestimmen.

Wiedergeburtenkontrolle made by China

Larung Gar - weltweit größtes buddhistisches Institut wird zerstört

Recht auf Bildung- und Kultur

Recht auf Bildung und Kultur in Tibet. Schulkinder in Tibet

Viele Tibeter haben oft keinen Zugang zu Bildung. Wenn doch, sind die Lehrpläne entsprechend der Linie der Kommunistischen Partei Chinas ausgerichtet. Oft dürfen Tibeter nicht einmal ihre eigene Sprache sprechen - weder in der Schule noch am Arbeitsplatz.

Das Schulsystem in Tibet [PDF]

Meinungs- und Informationsfreiheit

Meinungs- und Pressefreiheit in Tibet ©okeos

Tibetern ist es nicht möglich, ihre Meinung offen zu äußern, wenn sie von der offiziellen Linie der Kommunistischen Partei Chinas abweicht. Auf friedliche Proteste und Meinungsäußerungen reagieren Sicherheitskräfte mit Gewalt und Festnahmen. Immer mehr Menschen werden Opfer der Praxis des „Verschwindenlassens“. Auch mit der Presse- und Meinungsfreiheit ist es in China bekanntermaßen nicht weit her. In den letzten drei Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen weiter verschlechtert - sowohl für ausländische Korrespondenten in China als auch für chinesische Journalisten.

"Medien in China. Erdrückende Unfreiheit" von Ruth Kirchner, ehemalige ARD-Korrespondentin in Beijing, in Brennpunkt Tibet 1|2016 lesen (PDF)

Frühere TID-Kampagne "Weil ich sage, was ich denke"

Selbstverbrennungen in Tibet

Aktion zu den Selbstverbrennungen in Tibet. 10. März 2014 ©Marco Hinze

Seit 2009 verbrennen sich Tibeterinnen und Tibeter in Tibet, Nepal, China (Beijing) und Indien aus Protest gegen die chinesische Unterdrückungspolitik selbst. Darunter auch Nonnen und Mönche, Schülerinnen und Schüler. Der Jüngste war gerade einmal 15 Jahre alt. Familien und Freunde werden kriminalisiert und strafrechtlich verfolgt.

Selbstverbrennungen in Tibet, Medienberichte und politische Stellungnahmen