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Chinesische Behörden untersagen Staatsbürgern aus vier Ländern die Einreise nach Tibet

26. Juli 2012 TID-Pressemitteilung

Berlin, 26.07.2012 – Die chinesischen Behörden haben offenbar ein Einreisverbot nach Tibet für Bürger aus Österreich, England, Norwegen und Südkorea verhängt. Dies geht aus der Korrespondenz von österreichischen und deutschen Reiseunternehmen mit ihren chinesischen Partneragenturen hervor. „Der Tibet Initiative Deutschland liegen E-Mails vor, in denen die chinesische Seite mitteilt, dass bestimmte Staatsangehörige derzeit keine Visa erhalten“, sagte der TID-Vorsitzende Wolfgang Grader. „Die chinesische Regierung bestraft auf diese Weise Bürger, deren Regierungen in ihren Augen ein politisches Fehlverhalten an den Tag gelegt haben.“ In einer Nachricht sei zu lesen, dass es keine Visa für Österreicher gebe, da die österreichische Regierung Ende Mai den Dalai Lama empfangen habe.

„Wir können bestätigen, dass es in letzter Zeit für österreichische Staatsangehörige Einschränkungen bei den Einreisegenehmigungen für Tibet gibt“, sagte ein Vertreter des österreichischen Außenministeriums. „Das Problem wurde bereits bei den chinesischen Behörden und der Botschaft vorgebracht, es gibt aber bis jetzt von chinesischer Seite keine offizielle Stellungnahme. Daher gibt es in den Medien vermehrt Spekulationen über eine politische Motivation dieser Verwehrung von Einreisegenehmigungen." Die chinesische Botschaft in Wien teilte auf Anfrage der TID mit, dass keine Unregelmäßigkeiten bei der Visa-Vergabe bestünden. Lediglich während der Hauptreisezeit komme es manchmal dazu, dass nicht allen Touristen eine Erlaubnis ausgestellt werden könne.

„Dass Tibet für westliche Besucher gesperrt wird, ist nicht neu“, sagte TID-Vorstand Wolfgang Grader. „Dies geschieht mindestens einmal im Jahr, wenn die Tibeter im März des Tibetischen Volksaufstands von 1959 gedenken.“ Im Zusammenhang mit den Selbstverbrennungen und den zunehmenden Protesten in Tibet hätten die Sperrungen in diesem Jahr aber stark zugenommen. „Die Tatsache, dass es nun sogar eine Rote Liste mit unerwünschten Ländern für Tibet gibt, wirft ein schlechtes Licht auf die chinesische Diplomatie.“

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit fast 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

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