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Lange Haftstrafe für buddhistischen Mönch aus Serthar

25. März 2010 TCHRD

Einer dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) zugegangenen bestätigten Information zufolge verurteilte ein chinesisches Mittleres Volksgericht in der Provinz Sichuan einen tibetischen Mönch, der seit seiner Festnahme im Juli 2008 als verschwunden galt, zu sieben Jahren Gefängnis und Entzug der politischen Rechte für ein weiteres Jahr.

Das Mittlere Volksgericht von Kardze in der Provinz Sichuan verurteilte im Januar den 39jährigen Mönch Ngagchung aus dem Buddhistischen Institut Larung Gar im Bezirk Serthar, TAP Kardze, zu sieben Jahren Gefängnis. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Rechte für ein Jahr aberkannt. Es gibt keine Informationen über das genaue Datum der Gerichtsverhandlung, wie die Anklage gegen ihn lautete und ob ihm die gesetzlichen Rechte, die ihm nach der chinesischen Verfassung und dem Völkerrecht zustehen, gewährt wurden.

Das Zentrum stellt die Rechtmäßigkeit eines solchen Gerichtsurteils in Frage und bittet die internationale Gemeinschaft, gegen die unfaire und willkürliche Verurteilung von Ngagchung tätig zu werden, die das Ergebnis eines Prozesses ist, der ohne Kenntnis seiner Angehörigen stattfand und nicht dem international vorgeschriebenen Mindeststandard für einen fairen Prozess entsprach.

Am 8. Juli 2008 wurde er zusammen mit zwei anderen Mönchen (Taphun und Gudrak) des buddhistischen Instituts Larung Gar in Serthar festgenommen unter dem Verdacht, auf dem Höhepunkt des Volksaufstands von 2008 Informationen über die Menschenrechtslage an "separatistische Kräfte" im Ausland weitergegeben zu haben. Sicherheitskräfte nahmen die Mönche in Chengdu fest, wohin sie im Auftrag ihres Klosters in dienstlichen Geschäften gereist waren. Taphun und Gudrak, bei denen es sich um Brüder handelt, wurden nach intensiver Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt, doch Ngachung war seit seiner Festnahme im PSB-Haftzentrum von Chengdu in Haft. Alle Gesuche seiner Familie, ihn besuchen zu dürfen, wurden zurückgewiesen. Gegenwärtig befindet er sich in einem Gefängnis an einem Ort namens Ta'An außerhalb der Stadt Chengdu.

Ngagchung ist ein Neffe des verstorbenen Khenpo Jigme Phuntsok, eines hoch verehrten tibetisch-buddhistischen Lehrmeisters, der das Buddhistische Institut Larung Gar im Bezirk Serthar (chin. Seda), TAP Kardze, gründete. Über 20 Jahre lang ging Ngagchung in dem Institut buddhistischen Studien nach und war ein angesehenes Mitglied der Klostergemeinschaft.

Das Buddhistische Institut Larung Gar in Serthar wurde 1999 und im April 2000 von den Behörden heimgesucht, die ihre "Arbeitsteam-Kader" sandten, um bei den Klosterbewohnern die patriotische Umerziehung vorzunehmen. Am 18. April 2001 setzten die Behörden dann eine Obergrenze für die Anzahl von Studenten, die in der Einrichtung wohnen dürfen. 7.000 Studenten erhielten die Aufforderung, das Gelände zu verlassen. Im Juni 2001 fuhren 50 Lastwagen und Geländefahrzeuge voller Bauarbeiter und Offizieller auf dem Gelände des Instituts vor, und unterstützt von Tausenden von Sicherheitskräften, die um das Institut herum kampierten, rissen sie die Behausungen der Bewohner nieder. Der Gründer des Instituts, Khenpo Jigme Phuntsok, starb unter mysteriösen Umständen am 7. Januar 2004 im Alter von 70 Jahren in einem Krankenhaus in Chengdu.

Das Zentrum erachtet das Recht auf einen fairen Prozess als ein grundlegendes Menschrecht, das jedem Tibeter zusteht, so wie es in der chinesischen Verfassung und wichtigen internationalen Vertragswerken, denen China beigetreten ist, niedergelegt ist. Das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren findet seit 1948 Eingang in gesetzlich verpflichtende völkerrechtliche Verträge. Es ist Bestandteil des Internationalen Vertrags über Bürgerliche und Politische Rechte sowie zahlreicher anderer internationaler und nationaler Vertragswerke und allgemeiner Richtlinien, die von der UNO und von regionalen zwischenstaatlichen Gremien verabschiedet wurden.

Quelle: TCHRD

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching


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