Proteste und Petitionen für inhaftierten Abt

31. Januar 2014 TID-Nachrichten

Seit über einem Monat halten die Proteste im Osten Tibets an. Hintergrund ist die Verhaftung des angesehenen Abts (tib.: Khenpo) Karma Tsewang in der tibetischen Präfektur Yushu, Provinz Qinghai. Das Oberhaupt des Klosters Gonya wurde am 6. Dezember 2013 in Chengdu wegen „Gefährdung der Staatssicherheit“ verhaftet. Karma Tsewang leidet an Hepatitis und es ist unklar wie kritisch sein Gesundheitszustand ist, Weder seine Familie noch sein Anwalt haben Zugang.

Karma Tsewang, auch bekannt als Khenpo Kartse, wird aufgrund seines sozialen Engagements nach dem Erdbeben 2010 in der Gegend um Yulshul und für die Bewahrung der tibetischen Sprache, Kultur und Religion unter den Tibetern hoch angesehen. Am 10. Dezember, nur wenige Tage nach der Verhaftung, versammelten sich in Nangchen mehr als 600 Menschen und forderten für seine Freilassung. Zehn Tage später kam es zu weiteren Verhaftungen von 16 Demonstranten, darunter auch weitere Mönche. Und die Proteste halten an: am 15. Januar beteiligten sich 400 Menschen an einem stillen Sitzstreik vor dem Bezirksgefängnis in Nangchen, um die Freilassung der Gefangenen zu fordern. Diese massiven Proteste haben schließlich dazu geführt, dass die verhafteten Demonstranten freigelassen wurden.

In einem Brief vom 27. Dezember versichert Khenpo Kartse er sei bei guter Gesundheit und nicht verletzt worden, aber die Authentizität des Briefes ist anzuzweifeln. Seine Familie und sein Anwalt hatten mehrfach versucht ihn zu besuchen, aber ohne Erfolg. Medikamente für seine Lebererkrankung konnten nur an Beamte der Hafteinrichtung weitergegeben werden und sein Zustand soll laut Radio Free Asia kritisch sein.

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