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KP-Parteitag in Peking: Neue Selbstverbrennungen in Tibet

8. November 2012 TID-Pressemitteilung

Berlin, 08.11.2012 – Am Vorabend des Kommunistischen Parteitages in Peking hat es in Tibet mindestens vier neue Selbstverbrennungen gegeben. Ein fünfter Fall ist bislang nicht bestätigt. „Mit dem Parteikongress und dem anstehenden Führungswechsel in Peking bietet sich für China die historische Chance, seine Tibet-Politik neu auszurichten“, sagte die Geschäftsführerin der Tibet Initiative Deutschland (TID), Nadine Baumann. „Die Selbstverbrennungen zu diesem Zeitpunkt zeigen auf drastische Weise, wie dringend hier Handlungsbedarf besteht.“ Sie seien der verzweifelte Ausdruck eines Volkes, das sich im politischen Gefüge der Volksrepublik nicht repräsentiert sehe.

Am 7. November zündeten sich in der chinesischen Provinz Sichuan der 15-jährige Dorjee, der 16-jährige Samdup sowie der ebenfalls 16-jährige Dorjee Kyab an. Alle drei waren Mönche des Klosters Ngoshul in Ngaba. Während Dorjee an seinen schweren Verletzungen starb, wurden die beiden anderen Mönche in ein Krankenhaus gebracht. Am selben Tag setzte sich auch die 23-jährige Mutter und Nomadin Tamdin Tso in Rebkong in der chinesischen Provinz Qinghai in Brand. Auch sie erlag ihren Verletzungen.

Auf dem 18. Parteitag der KP Chinas wird voraussichtlich der Vizepräsident und stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Militärkommission, Xi Jinping,  zum Nachfolger des scheidenden Staatspräsidenten Hu Jintao bestimmt. „Die neue Führungsgeneration ist die erste, die nicht von Mao Zedong oder Deng Xiaoping ausgewählt wurde“, sagte Baumann „Dass Xi Jinpings Vater persönlich mit dem Dalai Lama bekannt war und in der Tibet-Frage als kompromissbereit galt, gibt zudem Anlass für vorsichtigen Optimismus.“ Gleichzeitig habe die Vergangenheit aber immer wieder gezeigt, wie schwer sich China mit Reformen tue. Zu groß sei die Angst der Machtelite, ein ähnliches Schicksal wie die Sowjetunion zu erleiden. Auch die neue Führung werde alles tun, um den Einparteienstaat, die nationale Einheit und das Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden.

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit fast 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

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