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TID entrollt „Chronologie der Gewalt“ vor dem Bundeskanzleramt: „Tibetische Gesellschaft durchläuft tiefgreifende Veränderung“

9. März 2012 TID-Pressemitteilung

Berlin, 09.03.2012 – Die Tibet Initiative Deutschland (TID) wird am Samstag (10. März, 14.00 Uhr) anlässlich des 53. Jahrestages des Tibetischen Volksaufstands eine mehrere Meter lange „Chronologie der Gewalt“ vor dem Bundeskanzleramt entrollen. „Seit März letzten Jahres wurden in Tibet mindestens 50 Menschen durch die chinesischen Sicherheitskräfte getötet und mehr als 420 Menschen verhaftet“, sagte TID-Vorstand Wolfgang Grader. Gleichzeitig mache die steigende Zahl an Selbstverbrennungen deutlich, dass sich die tibetische Gesellschaft tiefgreifend verändere.

“Immer mehr junge Tibeter betrachten das Märtyrertum als letzte erfolgversprechende Antwort auf Tibets politische Unterdrückung“, sagte Grader. „Die internationale Gemeinschaft muss endlich ihre Verantwortung erkennen und diesem Prozess mit Taten statt mit Worten entgegenwirken.“ Die Bundesregierung forderte er dazu auf, sich für einen sofortigen Abzug aller Truppen sowie den ungehinderten Zugang von internationalen Beobachtern in die Krisenregion einzusetzen. Das gewaltsame Vorgehen der chinesischen Regierung müsse unmissvertändlich verurteilt werden. 

Wie bereits in den vergangenen Jahren organisiert die TID am 10. März bundesweit Aktionen und Mahnwachen. So finden neben Berlin auch in Frankfurt und München Großdemonstrationen unter dem Motto „Genug! Stoppt die Gewalt in Tibet!“ statt. Zudem beteiligen sich mehr als 1.200 deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise an der TID-Flaggenaktion und hissen auf ihren Rathäusern und öffentlichen Gebäuden die Flagge Tibets;  darunter das Landesparlament Bremen sowie die Landeshauptstädte Hannover, Magdeburg, Potsdam, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden.

Mit dem Volksaufstand am 10. März 1959 protestierten die Tibeter gegen die chinesische Fremdherrschaft und versuchten, den Dalai Lama vor dem Zugriff der chinesischen Besatzer zu schützen. Der Dalai Lama musste ins indische Exil fliehen, der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und kostete zehntausende Tibeter das Leben. Seitdem gedenken Tibeter und Tibet-Unterstützer am 10. März der Opfer der chinesischen Gewaltherrschaft. Im Jahr 2008 kam es an diesem Tag erneut zu Aufständen. Im März 2012 ist Tibet erneut für ausländische Besucher gesperrt, da eine Ausweitung der Proteste befürchtet wird.

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit über 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

Chronologie der Gewalt (pdf)

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

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