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Alicia Barreda Pérez

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Tibetische Reiter vor dem Auswärtigen Amt: Menschenrechtsbeauftragter nimmt Petition gegen Zwangsansiedlung der Nomaden entgegen

22. November 2012 TID-Pressemitteilung

Berlin, 22.11.2012 – Mit einem Protestzug von der Chinesischen Botschaft zum Auswärtigen Amt macht die Tibet Initiative Deutschland (TID) am Freitag (23. November) auf die Zerstörung der nomadischen Kultur in Tibet aufmerksam. Angeführt wird die Demonstration von zwei Tibetern zu Pferd, die dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), fast 8.000 Unterschriften gegen die Zwangsansiedlung der tibetischen Nomaden übergeben werden. „Die chinesische Regierung plant bis 2015 alle Nomaden vom tibetischen Grasland zu vertreiben“, sagte TID-Geschäftsführerin Nadine Baumann. „Die Zwangsansiedlung bedeutet für die Nomaden den Verlust ihrer traditionellen Lebensweise, ein Leben in trostlosen Betonbauten sowie Arbeits- und Perspektivlosigkeit.“ Nicht ohne Grund seien viele Tibeter mit nomadischem Hintergrund unter den mittlerweile fast 80 Selbstverbrennungsopfern.

„Das Nomadentum ist integraler Bestandteil unserer Identität und muss unbedingt bewahrt werden“, sagte die Berliner Sprecherin des Vereins der Tibeter in Deutschland (VTD) Sangmo Tsering. „Letztlich geht es hierbei um das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes, das uns die chinesische Regierung seit mehr als 60 Jahren gewaltsam verwehrt.“ Die chinesische Regierung gebe vor, mit der Zwangsansiedlung Armut und Umweltprobleme zu bekämpfen. Tatsächlich werde so eine gesellschaftliche Gruppe politisch kontrolliert, die stark im tibetischen Buddhismus und in ihrer Verehrung für den Dalai Lama verwurzelt ist.

Mit ihrer Kampagne gegen die Zwangsansiedlung der tibetischen Nomaden fordert die TID Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) auf, sich für einen sofortigen Stopp der Zwangsansiedlung sowie eine nachhaltige Umweltpolitik in Tibet einzusetzen. „Die Tibeter sollen über ihre natürlichen Ressourcen selbst entscheiden können“, sagte Baumann.

Die Zwangsansiedlung der Nomaden wurde mit dem Jahr 2000 von der chinesischen Regierung anlässlich der ‚Großen Erschließung des Westens‘ intensiviert. Allein 2005 siedelte sie in der Autonomen Region Tibet (TAR) 780 Familien mit insgesamt 3.900 Menschen an. Parallel dazu beschloss die Regierung in Peking ein weiteres Programm, das in Nordost-Tibet (Qinghai) von 1996 bis 2004 zur Sesshaftmachung von 42.275 Nomadenfamilien führte. Im Jahr 2006 lebten hier bereits 80% der Nomaden in Siedlungen.

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit fast 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

Veranstaltungsdetails

Start: 10.00 Uhr an der Chinesischen Botschaft (Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin)
Unterschriftenübergabe: 11.00 Uhr, Auswärtiges Amt (Werderscher Markt 1, 10117 Berlin)

Der Protestzug führt über die Karl-Liebknecht-Straße und Unter den Linden zum Auswärtigen Amt.

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