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Erneut Selbstanzündung eines tibetischen Mönches

25. Oktober 2011 TID-Pressemitteilung

Berlin, 25.10.2011 – Nach Angaben des Tibetan Centre For Human Rights and Democracy (TCHRD) hat sich heute Morgen erneut ein tibetischer Mönch in Brand gesetzt. Der etwa 38-jährige Dawa Tsering habe sich während einer religiösen Zeremonie in Kandze, Osttibet (Sichuan) mit Benzin übergossen und dabei mit Slogans die Rückkehr des Dalai Lama sowie Freiheit für Tibet gefordert. Umstehende Mönche hätten versucht, die Flammen zu löschen, und den Verwundeten ins Krankenhaus gebracht. Der gesundheitliche Zustand des Mönches wird als kritisch eingestuft.

Dawa Tsering ist damit der sechste Tibeter, der sich allein im Oktober angezündet hat. Bislang setzten sich im Jahr 2011 zehn Tibeter in Brand, um gegen die chinesische Unterdrückungspolitik zu demonstrieren. „Die erneute Selbstanzündung eines tibetischen Mönches verdeutlicht, wie unerträglich besonders die Situation in den Klöstern ist“, sagte der Vorsitzende der Tibet Initiative Deutschland (TID) Wolfgang Grader. „Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung als einzige europäische Regierung die Situation in Osttibet offen angesprochen hat.“ Nun hoffe man darauf, dass sich Bundeskanzlerin Merkel auch beim G20-Gipfel in Cannes für die Wahrung der Menschenrechte in Tibet einsetze.

Die Lage in Osttibet (Sichuan) ist seit den Unruhen in Lhasa vor drei Jahren angespannt. „Zu der Hoffnungslosigkeit der Mönche haben besonders die Restriktionen in den Klöstern beigetragen“, sagte Grader. „Schon der Besitz eines Dalai Lama Bildes ist strafbar und kann zu einer Verurteilung führen.“ Mitte März überschüttete sich erstmals ein 21-jähriger Mönch aus Ngaba mit Benzin und erlag seinen Verletzungen. Es folgten anhaltende Proteste, die militärische Stürmung des Klosters Kirti und der Abtransport von mehr als 300 Mönchen zur „patriotischen Umerziehung". Seitdem gibt es immer wieder Meldungen von Selbstverbrennungen in Tibet.

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit über 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

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