Pressekontakt

Nicolas Schmitt

presse@tibet-initiative.de
Tel.: 030-42081534

Dritte Selbstanzündung eines tibetischen Mönches innerhalb einer Woche

4. Oktober 2011 TID-Pressemitteilung

Berlin, 04.10.2011 – Am Montag hat sich erneut ein Mönch des Klosters Kirti in Ngaba, Osttibet (Sichuan), in Brand gesetzt. Zuvor hatte der 17-jährige Kelsang Wangchuk ein Foto des Dalai Lama in die Höhe gehalten und Protestslogans gerufen, berichtete das Tibetan Centre For Human Rights and Democracy (TCHRD). Die Polizei löschte die Flammen und brachte den Mönch zu einem unbekannten Ort. Über seinen gesundheitlichen Zustand ist nichts bekannt.  

 

„Selbstverbrennungen als Protest gegen die Unterdrückungspolitik der chinesischen Regierung hat es in Tibet bereits in der Vergangenheit vereinzelt gegeben“, sagte der Vorsitzende der Tibet Initiative Deutschland (TID), Wolfgang Grader. „Die steigende Zahl dieser Fälle in den letzten Monaten zeigt aber deutlich, dass der sino-tibetische Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreicht hat." Die chinesische Führung habe auf friedliche Proteste von Tibetern stets mit Repressionen und Gewalt geantwortet. Es sei zu befürchten, dass sich entsprechende Verzweiflungstaten in Zukunft häufen, wenn sich die chinesische Führung nicht zu einem Dialog entschließt. „Einige Tage zuvor sind in der Gegend um das Kloster Kirti offensichtlich Flugblätter aufgetaucht, die weitere Selbstverbrennungen ankündigen“, sagte Grader.

 

Die Lage in Ngaba ist seit den Unruhen in Lhasa vor drei Jahren angespannt. Nachdem Mitte März ein 21-jähriger tibetischer Mönch an den Folgen einer Selbstanzündung starb, demonstrierten rund 1.000 Tibeter, darunter viele Mönche, vor dem Kloster Kirti. Nach anhaltenden Protesten stürmte die chinesische Polizei schließlich das Kloster und transportierte mehr als 300 Mönche zur "patriotischen Umerziehung" ab. Erst am vergangenen Montag hatten sich wieder zwei junge Mönche aus Protest gegen die chinesische Politik selbst in Brand gesetzt. Der aktuelle Fall ist bereits die fünfte Selbstanzündung in diesem Jahr in Tibet.


Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit über 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

zurück zu: Pressemitteilungen