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Chinesischer Premierminister in Berlin: TID fordert Freilassung der 300 verschleppten Mönche von Kirti

27. Juni 2011 TID-Pressemitteilung

Berlin, 27.06.2011 – Anlässlich der ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen wird der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Dienstag mit militärischen Ehren vor dem Bundeskanzleramt empfangen. Die Tibet Initiative Deutschland (TID) fordert die Bundesregierung dazu auf, sich für die Freilassung der 300 verschleppten Mönche von Kirti in der Provinz Sichuan einzusetzen: „Nach der Thematisierung im UN-Menschenrechtsrat und der Kritik der Europäischen Union, erhoffen wir uns von der Kanzlerin klare Worte zur Wahrung der Menschenrechte in Tibet und für ein Ende der Gewalt in Kirti“, sagte der TID-Vorsitzende Wolfgang Grader.

Die Belagerung des Klosters Kirti und die gewaltsame Niederschlagung der Proteste im Osten Sichuans sorgten in den letzten Monaten weltweit für Empörung. „Das ‚Verschwindenlassen’ von friedlich demonstrierenden Mönchen illustriert besonders deutlich die Hilflosigkeit der chinesischen Behörden im Zusammenhang mit demokratischen Bestrebungen im eigenen Land. China fürchtet den arabischen Virus“, sagte Grader. Schließlich habe es in jüngster Zeit auch in anderen Provinzen der Volksrepublik immer wieder spontane Massendemonstrationen gegeben.

Zu den Demonstrationen in der chinesischen Provinz Sichuan war es gekommen, nachdem Mitte März ein 21-jähriger tibetischer Mönch an den Folgen einer Selbstanzündung starb. Nach anhaltenden Protesten stürmte die chinesische Polizei schließlich das belagerte Kloster Kirti, in dem zu diesem Zeitpunkt mehr als 2.000 Mönche von der Außenwelt abgeschnitten waren, und transportierte über 300 Mönche zur "patriotischen Umerziehung" ab. Zahlreiche Menschen versuchten, die Mönche durch Blockaden zu schützen. Ein 60-jähriger Mann und eine 65-jährige Frau kamen dabei ums Leben. Die Lage in der Region ist nach wie vor angespannt,  und es kommt immer noch zu Festnahmen.

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit über 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen/Kontaktstellen und nahezu 2.000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme.

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

Pressetermin

TID begrüßt chinesischen Premierminister mit 300 schwarzen Luftballons

Die TID wird am Dienstag mit 300 schwarzen Luftballons auf die Verschleppung der 300 Mönche von Kirti (Provinz Sichuan) aufmerksam machen.

Zeit: 28. Juni, 10:30 Uhr

Ort: Nähe Bundeskanzleramt, zwischen Willy-Brandt-Straße und Paul-Löbe-Haus

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