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Weltweite Solidarität mit Liu Xiaobo – Tibet Initiative Deutschland demonstriert für Bürgerrechtler in Tibet und China

9. Dezember 2010 TID-Pressemitteilung

Berlin, 09.12.2010 – Weltweit solidarisieren sich Tibet-Unterstützergruppen am Internationalen Tag der Menschenrechte mit dem inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. „Liu Xiaobo hat sich wiederholt für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und den sino-tibetischen Dialog ausgesprochen“, sagte die Geschäftsführerin der Tibet Initiative Deutschland (TID), Nadine Baumann. Für eine Verbesserung der dramatischen Menschenrechtssituation in Tibet seien auch grundlegende politische Reformen in China notwendig.

Wie der Friedensnobelpreisträger befinden sich derzeit hunderte Tibeter unschuldig in Haft. Auch in Tibet sind in letzter Zeit verstärkt Intellektuelle, Publizisten, Autoren und Umweltaktivisten ins Visier der chinesischen Behörden geraten. Die in Peking unter Hausarrest stehende tibetische Autorin Tsering Woeser schätzt die Zahl dieser Neuverhaftungen auf bis zu 70 Personen. „Ein Beispiel ist der zu 15 Jahren Haft verurteilte Umweltaktivist Karma Samdrup, dem ein fairer Prozess verwehrt wurde und der zudem schwer gefoltert worden ist“, sagte Baumann.

Die Tibet Initiative Deutschland wird am 10. Dezember um 10.30 Uhr vor der chinesischen Botschaft in Berlin gemeinsam mit anderen Organisationen auf das Schicksal der politischen Gefangenen aufmerksam machen. Zudem führen die Regionalgruppen der TID bundesweit Mahnwachen, Aktionen und Proteste durch.

Der Menschenrechtler und Ehrenpräsident des unabhängigen Pen-Schriftstellerclubs Liu Xiaobo verbüßt derzeit eine elfjährige Haftstrafe, weil er sich als Mitautor der Charta 08 unter anderem für die Einführung freier Wahlen, die Gewaltenteilung und föderale Strukturen in China eingesetzt hatte. Bereits 1996 war er zu drei Jahren Umerziehungslager verurteilt worden, da er sich neben Reformen auch für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und den Dialog mit dem Dalai Lama ausgesprochen hatte.

Die Tibet Initiative Deutschland setzt sich seit ihrer Gründung 1989 für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und die Wahrung der Menschenrechte im besetzten Tibet ein. Mit bundesweit über 60 ehrenamtlichen Regionalgruppen und Kontaktstellen sowie nahezu 2 000 Mitgliedern gibt sie Tibet eine starke Stimme. Die TID finanziert sich überwiegend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden von Privatpersonen.

Pressekontakt: Nicolas Schmitt, Tel. 030-42081534, mobil 0176-96739146, presse@tibet-initiative.de, www.tibet-initiative.de

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