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TID-Newsletter 31.08.2010
INHALT
1) 1 435 Tote bei Erdrutschen in der Provinz Gansu
2) Umweltproteste in Sichuan: Polizei erschießt vier Tibeter
3) China verschärft Internetzensur in Tibet
4) Karma Samdrups Berufung gescheitert
5) US-Regierung fordert Dialog zwischen Chinesen und Tibetern
6) UN besorgt über Rückführung tibetischer Flüchtlinge
7) TID produziert deutsche Fassung des Films Meltdown in Tibet
8) Die TID im Web 2.0
1) 1 435 Tote bei Erdrutschen in der Provinz Gansu
Die Erdrutsche in Gansu haben bislang 1 435 Todesopfer gefordert, Hunderte Menschen werden immer noch vermisst. Am 8. August war im tibetischen Teil der Provinz zunächst eine Schlammlawine niedergegangen und begrub mehrere Dörfer unter sich. Starke Regenfälle führten in den folgenden Tagen zu weiteren Erdrutschen und erschwerten die Rettungsarbeiten. Laut Medienberichten wurde die Möglichkeit einer solchen Katastrophe bereits vor 13 Jahren von chinesischen Wissenschaftlern vorhergesagt, die den Kahlschlag in der Region kritisierten. Die tibetische Schriftstellerin Tsering Woeser bezeichnete auf Twitter die Erdrutsche als eine von "Menschen verursachte Katastrophe". Neben der Abholzung der Wälder machte sie vor allem den exzessiven Bergbau und die Errichtung zahlreicher Wasserkraftwerke in der Region für die Schlammlawine verantwortlich.
[Süddeutsche Zeitung 11.08.2010, Tagesschau 12.08.2010, Phayul 23.08.2010, Global Voices 09.08.2010]
2) Umweltproteste in Sichuan: Polizei erschießt vier Tibeter
Bei Umweltprotesten in Sichuan sind am 17. August mindestens vier Tibeter von der chinesischen Polizei erschossen worden, 30 weitere erlitten Verletzungen. Die Demonstranten hatten sich gegen den Ausbau von Goldminen in der Region ausgesprochen. Vor Abgabe der tödlichen Schüsse hatte die chinesische Polizei zunächst versucht, die rund 100 protestierenden Tibeter mit Gas zu betäuben.
[Phayul 24.08.2010, AFP 28.08.2010]
3) China verschärft Internetzensur in Tibet
Die chinesische Regierung hat die Installation einer neuen Sicherheitssoftware auf allen öffentlich zugänglichen Computern Tibets angeordnet. Seit den Unruhen 2008 hat die Regierung die Nutzung des Internets stark eingeschränkt. So muss sich beispielsweise jede Person mit ihrem Personalausweis registrieren, ehe sie einen öffentlichen Computer bedienen darf. In Kombination mit der neuen Überwachungs-Software können die Behörden nun den Aufruf aller Inhalte, die als politisch verdächtig gelten, zurückverfolgen. Von chinesischer Seite heißt es hingegen, die neue Software solle den Aufruf pornografischer Seiten durch Minderjährige erschweren.
4) Karma Samdrups Berufung gescheitert
Ein Gerichtshof im Nordwesten Chinas hat die Berufung des bekannten Umweltaktivisten Karma Samdrup zurückgewiesen. Wie sein Anwalt Pu Zhiqiang mitteilte, nannte das Gericht keine Gründe für die Ablehnung.
Hintergrund: Der tibetische Umweltaktivist und Kunsthändler Karma Samdrup ist am 24. Juni 2010 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte sich für die Freilassung seiner Brüder Rinchen Samdrup und Jigme Namgyal eingesetzt. Beide waren im August 2009 verhaftet worden, nachdem sie versucht hatten, die lokale Polizei vom Wildern abzuhalten. Die TID fordert die unverzügliche Freilassung der drei Umweltaktivisten.
Helfen auch Sie, damit die Umweltschützer wieder freigelassen werden:
FREE ME! Karma Samdrup: Mehr Informationen und Online-Petition
5) US-Regierung fordert Dialog zwischen Chinesen und Tibetern
Die amerikanische Regierung hat Chinesen und Tibeter zu einem Dialog ohne Vorbedingungen aufgerufen. Gleichzeitig betonte sie die zentrale Rolle des Dalai Lamas bei entsprechenden Verhandlungen.
[Phayul 28.08.2010, Hindustan Times 31.08.2010]
6) UN besorgt über Rückführung tibetischer Flüchtlinge
Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hat Nepal wegen der Rückführung tibetischer Flüchtlinge kritisiert. „Drei Tibeter wurden Anfang Juni 2010 gewaltsam von Nepal nach China ausgewiesen. Dies ist eine sehr ernste Angelegenheit und wir sind äußerst besorgt“, sagte die Sprecherin des UNHCR in Kathmandu Nini Gurung. Bisher gestattete das sogenannte „Gentlemen’s Agreement“ - eine informelle Abmachung zwischen der nepalesischen Regierung und dem UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) - den fliehenden Tibetern eine sichere Durchreise ins Exil nach Indien.
7) TID produziert deutsche Fassung des Films "Meltdown in Tibet"
Die Tibet Initiative Deutschland hat eine deutsche Fassung für den Film "Meltdown in Tibet - Chinas verheerende Wasserpolitik" des kanadischen Regisseurs Michael Buckley produziert. Wo der Dokumentarfilm in ihrer Gegend zu sehen sein wird, können Sie unserer Website entnehmen. Hier finden Sie in Zukunft auch weitere Termine unserer Umweltkampagne GreenTibet.FreeTibet.
8) Die TID im Web 2.0
Die Tibet Initiative Deutschland ist seit einiger Zeit auch im Web 2.0 aktiv!
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