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TID-Newsletter 01/2012

Liebe Leserin, lieber Leser,

nur wenige Tage nachdem sich Menschen in der ganzen Welt ein gutes Jahr 2012 gewünscht hatten, zündeten sich erneut zwei Tibeter an, um auf die unerträgliche Lage in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Es folgten weitere Selbstverbrennungen und die schwersten Unruhen in Tibet seit den landesweiten Aufständen 2008. Es scheint, als würde auch das neue Jahr hauptsächlich schlechte Nachrichten für Tibet bringen. In nur wenigen Wochen mussten wir von zahlreichen Toten und Verhaftungen berichten. Ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht.

Die Tibet Initiative Deutschland (TID) möchte auch in diesem Jahr wieder alles dafür tun, dass das Leid in Tibet ein Ende nimmt. Helfen Sie uns dabei: Machen Sie Ihre Familie und Ihre Freunde auf die Gewalt in Tibet aufmerksam, nehmen Sie an unseren Aktionen teil oder unterstützen Sie unsere Arbeit finanziell. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass die Welt im Jahr 2012 ein bißchen besser wird.

Gemeinsam. Stark. Für Tibet.

INHALT

1) Schwere Unruhen in Ost-Tibet
2) Vier neue Selbstverbrennungen im Januar
3) Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung fordert Ende der Repressionen in Tibet
4) Chinesische Behörden sperren Tibet
5) Nepal beschließt Ausweisung von 207 Tibetern
6) Proteste zur Eröffnung des Chinesischen Kulturjahres in Berlin
7) Fast 20.000 Unterschriften für politische Gefangene in Tibet / TID-Telefonaktion

1) Schwere Unruhen in Ost-Tibet

Die schweren Unruhen in den tibetischen Gebieten im Nord-Westen der heutigen chinesischen Provinz Sichuan weiten sich aus. Nach Angaben des amerikanischen Senders Radio Free Asia (RFA) hat die chinesische Regierung zusätzliche Truppen in die Krisenregion verlegt, immer wieder kommt es zu Verhaftungen von Tibetern. Am 23. Januar war es zunächst in Draggo (chin. Luho) zu Demonstrationen gekommen, bei denen bis zu sechs Tibeter erschossen und mehr als 30 Personen schwer verletzt wurden. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua teilte mit, dass die Tibeter eine Polizeistation angegriffen und die Sicherheitskräfte Gebrauch von ihren Schusswaffen gemacht hätten. Anschließend sei es zu einer Ausbreitung der Demonstration in der Stadt gekommen. Am darauffolgenden Dienstag griffen die Unruhen schließlich auf das benachbarte Serthar (chin Seda) über. In den Demonstrationen wurden bis zu fünf Tibeter erschossen. Auch in Serthar berichteten die chinesischen Nachrichten von einem Angriff auf eine Polizeistation. „Nach den tragischen Selbstverbrennungen in den letzten Monaten erleben wir nun die größten Demonstrationen seit den landesweiten Aufständen 2008“, sagte das Vorstandsmitglied der Tibet Initiative Deutschland (TID), Tsewang Norbu. „Es steht zu befürchten, dass die Lage im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Tibetischen Volksaufstandes am 10. März weiter eskaliert." Auch in den Provinzen Gansu und Qinghai gab es Mitte des Monats Massendemonstrationen.

[taz 31.1.2012] [Radio Free Asia 25.1.2012]

Hören Sie hier ein Radio-Interview mit Klemens Ludwig von der TID

2) Vier neue Selbstverbrennungen im Januar

Im Januar 2012 haben sich erneut vier Tibeter selbst angezündet und sind an ihren schweren Verletzungen gestorben. Am 6. Januar verbrannten in Ngaba die beiden 20-jährigen Tibeter Tennyi und Tsultrim. Nur wenige Tage später setzte sich in der Provinz Qinghai ein hoher Lama selbst in Flammen. Am 14. Januar zündete sich schließlich in Ngaba der 21-jährige Lobsang Jamyang an. Auf die Selbstverbrennungen folgten Demonstrationen, bei denen die Sicherheitskräfte Gebrauch von ihren Schusswaffen machten.

[Die Zeit 14.1.2012] [Radio Free Asia 8.1.2012] [AFP 6.1.2012]

Fordern auch Sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich unverzüglich für ein Ende der Unterdrückungspolitik in Tibet einzusetzen. Für ein Ende der Gewalt bittet die TID, gemeinsam mit anderen Tibet-Organisationen, die internationale "Stand up for Tibet"-Petition zu unterschreiben und zu verbreiten. Jetzt mitmachen! Vielen Dank!

Hintergrund: Vor allem die Lage in Ost-Tibet (Sichuan) ist seit den Unruhen in Lhasa vor drei Jahren angespannt. „Zu der Hoffnungslosigkeit der Mönche haben besonders die Restriktionen in den Klöstern beigetragen“, so der TID-Vorsitzende Wolfgang Grader. „Schon der Besitz eines Dalai-Lama-Bildes ist strafbar und kann zu einer Verurteilung führen.“ Mitte März überschüttete sich erstmals ein Mönch, der 21-jährige Phuntsok aus Ngaba, mit Benzin und erlag seinen Verletzungen. Es folgten anhaltende Proteste, die militärische Stürmung des Klosters Kirti und der Abtransport von mehr als 300 Mönchen zur „patriotischen Umerziehung". Seitdem gibt es immer wieder Meldungen von Selbstverbrennungen in Tibet. Die Bundesregierung hat die chinesische Regierung mehrfach dazu aufgefordert, Transparenz im Zusammenhang mit den Selbstverbrennungen in Ost-Tibet herzustellen.

Mehr Informationen zu den Selbstverbrennungen in Tibet finden Sie auf der TID-Webseite

3) Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung fordert Ende der Repressionen in Tibet

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), hat nach den erneuten Selbstverbrennungen ein Umdenken in Chinas Tibetpolitik gefordert: „Weitere Repressionen werden die Verzweiflung nicht geringer werden lassen“, sagte Löning am 12. Januar zu Vertretern der Tibet Initiative Deutschland (TID). „Die chinesische Regierung sollte ihre Politik in den tibetischen Gebieten so gestalten, dass die bestehenden Spannungen abgebaut werden.“ Für eine Verständigung und Entspannung sei der Schutz der Kultur der Tibeter, einschließlich ihrer religiösen Traditionen, unabdingbar. Die TID traf mit dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Markus Löning anlässlich der Übergabe von 19.245 Unterschriften für politische Gefangene in Tibet zusammen. Auch die USA kritisierten erneut die Menschenrechtslage in Tibet. Chinas Regierung warnte daraufhin die Vereinigten Staaten, sich nicht in innere Angelegenheiten einzumischen.

[Central Tibetan Administration 12.1.2012] [Phayul 17.1.2012]

4) Chinesische Behörden sperren Tibet

Wie bereits in den vergangenen Jahren wird Tibet auch 2012 ausländischen Touristen in der Zeit vom 20. Februar bis Ende März die Einreise in die Region verwehren. Aufgrund des tibetischen Frühlingsfestes und des Jahrestages des tibetischen Volksaufstandes werden Proteste gegen die chinesische Regierung erwartet.

[AP 19.1.2012]

5) Nepal beschließt Ausweisung von 207 Tibetern

Nepal hat 207 Tibeter dazu aufgefordert, das Land zu verlassen. Zuvor hatte es Massenverhaftungen im Zusammenhang mit einem Kurzbesuch des chinesischen Ministerpräsidenten, Wen Jiabao, gegeben.

[Phayul 15.1.2012]

Hintergrund: Nepal bietet derzeit etwa 20.000 Tibetern Exil, gerät aber zunehmend unter Druck von China, politische Aktivitäten von Tibetern zu unterbinden. Besonders deutlich wurde dies, als die nepalische Polizei während der Exilwahlen der Tibeter Wahlurnen beschlagnahmte. Zudem kam es immer wieder zu Rückführungen von tibetischen Flüchtlingen nach China, und nepalische Polizeikräfte erhielten in Peking eine Spezialausbildung um "anti-chinesische Aktivitäten" zu verhindern. Im März 2011 sagte die Führung der chinesischen Armee den nepalischen Streitkräften eine finanzielle Unterstützung von 19 Millionen Dollar zu. Zuletzt untersagten die nepalischen Behörden den im Land lebenden Exiltibetern, öffentlich den 76. Geburtstag des Dalai Lama am 6. Juli zu feiern.

6) Proteste zur Eröffnung des Chinesischen Kulturjahres in Berlin

Am 30. Januar 2012 rief die Tibet Initiative Deutschland (TID) gemeinsam mit anderen Organisationen zu einer Demonstration vor dem Konzerthaus Berlin auf. Anlass war die Eröffnung des Chinesischen Kulturjahres in Deutschland. „Die chinesische Regierung möchte mit dieser Veranstaltung Weltoffenheit nach außen demonstrieren, während sie innerhalb ihrer politischen Grenzen Andersdenkende gnadenlos unterdrückt und verfolgt“, sagte das Vorstandsmitglied der TID, Tsewang Norbu. „In China ist Kultur immer dem Primat der Politik untergeordnet.“ Bundesländer, Kommunen und mitwirkende Institutionen müssten darauf hinwirken, dass China das Kulturjahr nicht als reine Propagandaplattform nutze.

[Deutschlandradio 30.1.2012] [Hamburger Abendblatt 31.1.2012]

Bildergalerie von der Demonstration vor dem Konzerthaus Berlin

7) Fast 20.000 Unterschriften für politische Gefangene in Tibet / TID-Telefonaktion

Vertreter der TID übergaben am 12. Januar fast 20.000 Unterschriften für politische Gefangene in Tibet an den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Markus Löning. „Neben Nonnen und Mönchen geraten derzeit verstärkt Journalisten, Schriftsteller und Akteure der Zivilgesellschaft ins Visier der Sicherheitsbehörden“, sagte der TID-Vorsitzende Wolfgang Grader. „Die Repressionen in den Klöstern und die Verfolgung von Intellektuellen zeigt, dass es der chinesischen Führung letztlich um eine systematische Zerstörung der tibetischen Identität geht.“ Aktuell gebe es über 800 politische Gefangene in Tibet.
Vor dem Hintergrund der neuen Selbstverbrennungen im Januar rief die TID zu einer Telefonaktion auf. In ganz Deutschland griffen Menschen zum Telefonhörer und kontaktierten die chinesische Botschaft in Berlin. Sie forderten:

  • unabhängige Beobachter in der Region Ngaba und freie Berichterstattung

  • Abzug der militärischen Truppen und Aufhebung des Belagerungszustands

  • ein Ende der Gewalt!

[TID-Pressemitteilung 12.1.2012]

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