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TID-Newsletter 28.01.2009
1) China will "Tag der Befreiung der tibetischen Leibeigenen" feiern
50 Jahre nach der blutigen Niederschlagung des tibetischen Volksaufstands und der Flucht des Dalai Lama ins indische Exil verkündete die chinesische Regierung einen neuen nationalen Feiertag.
Künftig soll am 28. März der "Tag der Befreiung von der Leibeigenschaft" in Tibet gefeiert werden. Die Tibet Initiative Deutschland ist empört über die Verhöhnung tausender Opfer auf tibetischer Seite. Mit der Entscheidung zeigt die chinesische Führung deutlich, dass sie kein Interesse an einer friedlichen Lösung des Tibet-Konflikts hat.
[TAZ 14.01.2009, FR-online 20.01.2009, TID Pressemitteilung 19.01.2009 ]
2) Tibeter setzen Neujahrsfeiern aus
Aus Trauer um die Opfer der Unruhen im vergangenen Jahr und aus Protest gegen die anhaltende Unterdrückung wollen Tibeter in Tibet und rund um die Welt dieses Jahr auf die traditionellen Neujahrsfeiern verzichten. Berichten zufolge haben die chinesischen Behörden als Reaktion darauf die Anweisung gegeben, den Feiertag dieses Jahr besonders festlich zu begehen. Losar, das tibetische Neujahr, beginnt dieses Jahr am 25. Februar.
[Radio Free Asia 16.01.2009, Phayul.com 27.01.2009]
3) Wen Jiabao trifft Bundeskanzlerin Merkel
Im Rahmen seiner Europa-Reise trifft der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao in diesen Tagen mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin zusammen. Ende November hatte die chinesische Regierung den EU-China-Gipfel aus Verärgerung über ein Treffen zwischen dem damalig amtierenden EU-Ratspräsidenten Nicholas Sarkozy und dem Dalai Lama abgesagt.
Bei den Gesprächen wird es in erster Linie um Strategien zur Bewältigung der internationalen Finanzkrise gehen. Merkel hatte in den vergangenen Begegnungen mit der chinesischen Führung immer auch die Menschenrechtssituation in China und Tibet angesprochen. Die Tibet Initiative Deutschland hat die Kanzlerin in einem Schreiben dazu aufgefordert, gerade angesichts der für den 28. März geplanten Feierlichkeiten deutliche Worte zu sprechen.
[Focus online 27.01.2009, TID Pressemitteilung 27.01.2009]
4) Erneute Proteste in Kardze und Chamdo, Tibeter getötet
Trotz des harten Durchgreifens chinesischer Sicherheitskräfte kommt es nach wie vor zu Protesten in Tibet. Am 29. Dezember und 5. Januar protestierten Einzelpersonen in Kardze, bevor sie kurz darauf gewaltsam festgenommen wurden. Am 20. Januar protestierten drei Tibeter in Chamdo. Auch sie wurden umgehend festgenommen. Pema Tsepak, einer von ihnen, erlag am 23. Januar den Verletzungen, die er durch Schläge der chinesischen Sicherheitskräfte davongetragen hatte.
[Radio Free Asia 09.01.2009, dt. Übersetzung, Phayul.com 27.02.2009 ]
5) Weitere Verhaftungen und Verurteilungen
Die Verhaftungen und Verurteilungen von Tibetern nehmen nicht ab. Chinesischen Medien zufolge wurden 59 Menschen „wegen des Vorwurfs der Aufstachelung zu umstürzlerischem Verhalten“ festgenommen – Namen wurden jedoch nicht genannt. Auch Radio Free Asia und andere Quellen berichten von einer Welle von Verhaftungen und Verurteilungen, die meist in Zusammenhang mit den Protesten im März 2008 stehen.
[FR-online 27.12.2008, Phayul.com 25.12.2008, dt. Übersetzung, Radio Free Asia 22.12.2008, dt. Übersetzung]
6) Winter-Kampagne „Hartes Durchgreifen“ in Lhasa gestartet
Am 18. Januar hat das Public Security Bureau (PSB) in Lhasa eine Winter-Auflage der Kampagne "Hartes Durchgreifen" gestartet, die insgesamt 42 Tage dauern soll. Laut Bericht der Lhasa Evening News sollen bereits in den ersten drei Tagen sieben Wohnblocks, 2.922 Mietwohnungen, 14 Gästehäuser und Hotels, 18 Bars und drei Internet-Cafés in Lhasa durchsucht worden sein. 5.766 Verdächtige wurden verhört. Über die Zahl der Verhaftungen oder Freilassungen nach dem Verhör wurde nichts bekannt.
[Radio Free Asia 26.01.2009, Tibetisches Zentrum für Demokratie und Menschenrechte 23.1.2009 ]
7) 300.000 Tibeter im Jahr 2008 zwangsangesiedelt
Chinesischen Nachrichtenagenturen zufolge hat die chinesische Regierung im vergangenen Jahr 300.000 tibetische Bauern und Hirten in festen Ziegelsteinhäusern angesiedelt. Was China ein „Projekt für komfortableres Wohnen“ nennt, wird von Menschenrechtsgruppen, darunter Human Rights Watch, stark kritisiert: Für die meist nomadischen Hirten bedeutet die Sesshaftigkeit die Aufgabe ihrer traditionellen Lebensweise, die Schlachtung ihrer Tiere und anschließende Arbeitslosigkeit.
[Phayul 27.12.2008, dt. Übersetzung ]
8) Aktionstag 10. März 2009 – 50 Jahre Tibetischer Widerstand
Anlässlich des 50. Jahrestags des Tibetischen Volksaufstands ruft die Tibet Initiative Deutschland zusammen mit dem Verein der Tibeter in Deutschland zur Aktion auf. Wir wollen ein Zeichen setzen und den Tibeterinnen und Tibetern Mut machen, ihren gewaltlosen Weg weiterzugehen.
Wann: Dienstag, 10. März 2009, ab 15:00 Uhr
Wo: Vor der chinesischen Botschaft in Berlin, vor den chinesischen Konsulaten in München, Frankfurt, Hamburg sowie in Düsseldorf.
Wir bitten Sie, sich den Nachmittag des 10. März für unsere Aktionen zu reservieren.
Genaue Informationen finden Sie in Kürze auf unserer Website www.tibet-initiative.de.
Vielen Dank für Ihre Solidarität!
9) UNTERZEICHNEN SIE JETZT: Online-Petition für die Freilassung des Filmemachers Dhondup Wangchen
Im März 2008 wurde Dhondup Wangchen, tibetischer Regisseur des Dokumentarfilms „Leaving Fear Behind“ (dt. „Die Angst überwinden“), von chinesischen Sicherheitskräften verhaftet. Über seinen Gesundheitszustand und sein Gerichtsverfahren gibt es bislang keine weiteren Informationen.
Die Tibet Initiative Deutschland und der Verein der Tibeter in Deutschland setzen sich für seine sofortige Freilassung ein.
Beteiligen auch Sie sich an unserer Online-Petition an den Präsidenten der VR China Hu Jintao! Fordern Sie die Freilassung von Dhondup Wangchen!

