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16. Mai 2012 Focus

Britischer Premier Cameron trifft Dalai Lama

Am Montag empfingen der britische Premierminister David Cameron und dessen Stellvertreter Nick Clegg S.H. den Dalai Lama in London. Mehr...

15. Mai 2012 Hamburger Abendblatt

Dalai Lama erhält Templeton-Preis

Der Dalai Lama ist in London mit dem hochdotierten Templeton-Preis ausgezeichnet worden. Er kündigte an, das Preisgeld an wohltätige Organisationen spenden zu wollen.  Mehr...

11. Mai 2012 Phayul (Engl.)

Tibeterinnen in Amdo fordern Freilassung von Gefangenen

Anfang Mai haben in Amdo mehr als 200 Tibeterinnen für die Freilassung von tibetischen Gefangenen demonstriert. Der Protestmarsch wurde nach sieben Kilometern von den chinesischen Sicherheitskräften gestoppt. Mehr...

Die TID-Umwelttagung in Berlin

"Der Dritte Pol in Gefahr – Chinas Umweltpolitik in Tibet"

Über 100 Besucher folgten am 25. März der Einladung der Tibet Initiative Deutschland (TID) und informierten sich in der Hessischen Landesvertretung in Berlin über die fortschreitende Umweltzerstörung in Tibet. Die rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Chinas Wasserpolitik und die Situation der tibetischen Nomaden waren dabei nur einige der Themen, über die Umweltexperten wie Tenzin Norbu, Claude Arpi und Gabriel Lafitte faktenreich referierten. Der bekannte Autor und Publizist Franz Alt, der die Schirmherrschaft für die Tagung übernommen hatte, sowie der Sondergesandte des Dalai Lama, Kelsang Gyaltsen, begeisterten ebenfalls mit ihren Vorträgen. Während sich Alt einführend vor allem mit der globalen Umweltsituation beschäftigte, erörterte Kelsang Gyaltsen die politische Dimension der Umweltproblematik Tibets und sprach über den Dialog mit der chinesischen Regierung.

 

Dr. Franz Alt

„Ohne Menschen ginge es der Welt besser“, zitierte Franz Alt den Dalai Lama in seiner Einführung und machte im Folgenden deutlich, welche Auswirkungen die ungebremste Energieverschwendung der Weltbevölkerung in Zukunft haben wird. So würden wir beispielsweise an nur einem Tag verbrauchen, was die Natur in einer Million Jahre angesammelt habe. Gleichzeitig machte er aber auch auf Lösungsansätze durch neue Technologien aufmerksam. Diese müsse man aber auch nützen und nicht nur ins Museum stellen, wie er am Beispiel des Hybridmotors herausstellte, der in Japan bereits in Serie produziert würde. „Wenn die Welt vernünftig mit Energie umgeht, hat China einen Grund weniger, Tibet zu besetzen“, sagte Alt abschließend und spielte damit auf die ungezügelte Ausbeutung von Ressourcen auf dem tibetischen Hochplateau an.

 

Gabriel Lafitte

Im Anschluss referierte der australische Wissenschaftler Gabriel Lafitte über die Situation der Nomaden, die zunehmend vom Beschützer der Natur zu den Verlierern der Moderne würden. Bekannterweise bezeichne die chinesische Propaganda die Zwangsansiedlung der Nomaden als Fortschritt. Der wahre Grund sei allerdings, günstige Bedingungen für chinesische Siedler zu schaffen, die immer stärker in das Land drängen. Auch die chinesische Regierung rechne mit einer Erwärmung des Erdklimas und spekuliere, dass jene unfruchtbaren Gebiete, welche heute von den Nomaden genutzt würden, in Zukunft der chinesischen Landwirtschaft zur Verfügung stehen könnten.


Claude Arpi

Nach der Mittagspause beschäftigte sich der französische Tibetexperte Claude Arpi mit „Chinas Wasserpolitik in Tibet“. China sehe Tibet als Wasserreservoir für das eigene Land, was besonders an den enormen Staudammprojekten und der Umleitung der tibetischen Flüsse deutlich würde. Chinesische Funktionäre nähmen damit nicht nur in Kauf, dass unzählige Menschen ihre Heimat verlören, sie würden damit auch soziale Konflikte in anderen Ländern provozieren. Da ein Großteil der Flüsse in den Nachbarländern ihren Ursprung in Tibet hätten, würde dies die Wasserversorgung von hunderten Millionen Menschen bedrohen. Auf bewaffnete Konflikte, die in Zukunft aufgrund von Wasserknappheit entstehen könnten, machte er in diesem Zusammenhang ebenfalls aufmerksam.


Tenzin Norbu

Auch Tenzin Norbu, Direktor des Umwelt- und Entwicklungszentrums der tibetischen Exilregierung, setzte sich mit der Ausbeutung von Ressourcen in Tibet auseinander. Er wurde per Video-Übertragung live aus Dharamsala zugeschaltet. Neben der massiven Abholzung der tibetischen Wälder klärte er beispielsweise über Tibets Reichtum an Bodenschätzen auf. Gold, Kupfer, Chrom, Lithium, Salz und Gas würden exzessiv abgebaut – zurück blieben toxische Abfälle, die das Leben von Menschen und Tieren bedrohten. Weiterhin machte er deutlich, dass jeder Tibeter, der sich für die Umwelt einsetze, Gefahr laufe, als Separatist eingestuft und verhaftet zu werden.


Kelsang Gyaltsen

Der Sondergesandte des Dalai Lama, Kelsang Gyaltsen, bezeichnete die Umweltproblematik in Tibet zum Abschluss der Veranstaltung als symptomatisch für die Entrechtung des tibetischen Volkes. Derartige Probleme könnten nur dann beigelegt werden, wenn es in der Tibetfrage eine politische Lösung gäbe. Es sei deswegen wichtig, weiterhin auf politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit einzuwirken. In diesem Zusammenhang lobte er ausdrücklich das Engagement der Tibet Initiative Deutschland, welche sich als älteste Tibet-Unterstützergruppe in Deutschland seit Jahrzehnten für die Interessen des tibetischen Volkes einsetze. Mit ihrer Kampagne „GreenTibet.FreeTibet – Gegen Umweltzerstörung.Für Menschenrechte“ würde sie zudem eine Thematik aufgreifen, die sowohl dem Dalai Lama als auch der Exilregierung sehr wichtig wäre.

Bildergalerie

Tagungsprogramm

10:00 Uhr Einlass

11:00 Uhr Eröffnung durch Wolfgang Grader, Vorsitzender der TID 

11:15 Uhr Einführung durch den Schirmherrn Dr. Franz Alt

11:45 Uhr "Tibets Nomaden - Vom Beschützer der Natur zum Verlierer der Moderne?", Gabriel Lafitte

12:45 Uhr Mittagspause, hessisch-tibetisches Buffet

14:00 Uhr "Chinas Wasserpolitik in Tibet", Claude Arpi

15:00 Uhr Kaffeepause

15:30 "Ressourcen ohne Ende? Chinas Umweltpolitik in Tibet und ihre globalen Folgen", Tenzin Norbu

16:30 Uhr Schlusswort von Kelsang Gyaltsen, Sondergesandter des Dalai Lama

17:00 Uhr Ausklang im Foyer

Die Vorträge wurden in Deutsch oder Englisch gehalten und simultan übersetzt. Die Teilnahme an der Tagung war kostenfrei.