Suche
Tibets Umwelt seit der chinesischen Besetzung
Tibets Ökosysteme sind vielerorts seit der chinesischen Besetzung grundlegend gestört und zerstört worden. Im Gegensatz zum buddhistischen Prinzip der Achtung aller Lebewesen betrachten die chinesischen Besatzer die natürlichen Ressourcen des Landes ausschließlich als eine wirtschaftliche Quelle zum Gewinn und Nutzen der Menschen. Ihre materialistische Ideologie und die damit verbundene ausbeuterische Handlungsweise haben zu einem rapiden Verlust der Artenvielfalt und der natürlichen Lebensräume in Tibet geführt. Die folgenden drei Beispiele verdeutlichen die Zerstörung von Tibets Umwelt seit der chinesischen Besetzung.
Dezimierung der Tierwelt
Die einst so artenreiche Tierwelt Tibets wurde von den Besatzern zumeist durch Jagd und Wilderei hemmungslos dezimiert. Laut WWF gelten inzwischen über 140 Tierarten in Tibet als gefährdet, darunter an prominenter Stelle der Schneeleopard und die Tibetantilope, deren Fell bzw. Wolle zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Zwar sind im chinesischen Rechtssystem einige Gesetze zum Schutz der Tierwelt enthalten, doch lässt ihre Umsetzung sehr zu wünschen übrig.
Ausbeutung der Rohstoffe
Tibets enormer Reichtum an Bodenschätzen war eine wichtige Triebfeder für den chinesischen Einmarsch 1949/50 – „Schatzhaus des Westens“ wurde Tibet von den chinesischen Machthabern auch genannt. Über 126 Mineralien wurden identifiziert, darunter einige der bedeutendsten Vorkommen der Erde an Uran, Chromit, Lithium, Bor, Borax und Eisen. Die Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Gold, Silber, Kupfer und Zink haben globale Bedeutung, und zusätzlich finden sich im tibetischen Hochland Korund, Vanadium, Titanium, Magnesit, Schwefel, Glimmererde, Caesium, Rubidium, Arsen, Graphit, Lepidolith und Pottasche.
Chinas Industrialisierung hängt entscheidend von einem riesigen Verbrauch an Mineralien und Energie ab. Viele eigene Lagerstätten haben sich jedoch so gut wie erschöpft, darum sind die reichen Rohstoffvorräte Tibets für China von größter Wichtigkeit. Chinas unkontrollierter und rücksichtsloser Abbau von Bodenschätzen hat für die Landschaft und die Lebensqualität der Tibeter dramatische Folgen. Riesige Schutthaufen, Schlackenhalden, stillgelegte Bergwerke und die Destabilisierung der Hänge zerstören das Gelände an der Oberfläche. Unterirdisch wird der Boden durch die Rückstände des Bergbaus und die giftigen Abfälle der bei der Rohstoffgewinnung verwendeten Substanzen verunreinigt. Diese führen zu mysteriösen Krankheiten, angeborenen Missbildungen und sinkenden Ernteerträgen um die Bergwerksgebiete herum. Die Abfallstoffe und giftigen Rückstände sickern in die Wasserläufe und stellen damit ein Gesundheitsrisiko für das flussabwärts gelegene Asien dar mit unabsehbaren Folgen.
Abholzung der tibetischen Wälder
Der Rohstoff Holz ist in China rar, darum wurden die Wälder im Südosten Tibets bis weit in die 1990er zur Holzgewinnung rücksichtslos abgeholzt. In Tibet existiert heute nur noch etwa die Hälfte der früheren großen Waldbestände. Die Folgen der Abholzung sind Erosion und Überschwemmungen, da die kahlen Hänge den starken Monsunregen nicht halten können. Auch durch den Bau von immer mehr Zugangsstraßen und Forstwegen für den effizienten Abtransport des Holzes wurde stark in Tibets Naturgebiete eingegriffen. Erst mit der gigantischen Überschwemmung am Jangtse 1996, bei der über 10.000 Menschen ums Leben kamen, hat die chinesische Regierung realisiert, dass man sich an Tibets Rohstoffen nicht unerschöpflich und ohne Konsequenzen bedienen kann.






