Tibet - der "Dritte Pol"

Im tibetischen Hochland liegen über 40.000 Gletscher, die neben Nord- und Südpol eines der größten Eisvorkommen der Erde bilden. Daher wird es von Wissenschaftlern auch als der „Dritte Pol“ bezeichnet. Die Gletscher sind Wasserspeicher für die auf dem tibetischen Hochplateau entspringenden Quellen der großen asiatischen Flüsse Jangtse (tib. Dri Chu), Gelber Fluss (tib. Ma Chu), Mekong (tib. Za Chu), Saluen (tib. Gyalmo Ngulchu), Indus (tib. Senge Kharab) und Brahmaputra (tib. Yarlung Tsangpo) und für eine stabile Wasserversorgung in Asien entscheidend. Denn Asiens große Flüsse sind die Lebensadern für zahlreiche asiatische Nationen wie China, Indien, Nepal, Bhutan, Bangladesh, Pakistan, Vietnam, Burma, Kambodscha, Laos und Thailand, und deren Bevölkerung. Gut 2 Milliarden Menschen, d.h. 1/3 der Weltbevölkerung, sind direkt von den vom tibetischen Hochplateau herabfließenden Flüssen abhängig.

Gefährliche Gletscherschmelze

Midui-Gletscher, Foto: reurinkjan / flickr

Der Klimawandel und die allgemeine Erderwärmung haben auch auf die Gletscher des tibetischen Hochlands und dessen sensibles Ökosystem schwerwiegende Auswirkungen. Die Mehrheit der Gletscher im Himalaja befindet sich auf dem Rückzug, das bestätigt unter anderem das Entwicklungszentrum International Center for Integrated Mountain Development (ICIMOD) mit Sitz in Kathmandu, Nepal.

Die Folgen der voranschreitenden Gletscherschmelze sind verheerend und beeinflussen maßgeblich die Lebensbedingungen vieler hundert Millionen Menschen: Katastrophale Überschwemmungen und Hochwassergefahr an den Ufern der Flüsse, unberechenbarer Niederschlag – mal mehr Regen, mal weniger – mit schwerwiegenden Konsequenzen für die allgemeine Nahrungsmittelsicherheit, gravierender Wassermangel in den Regionen flussabwärts bis hin zur Dürre.

China hat ganz erheblich zu dieser Situation beigetragen. Das Land hat in den vergangenen Jahrzehnten ein atemberaubendes Wirtschaftswachstum erlebt, vielfach auf Kosten der Umwelt. Als größter Emittent von CO2 trägt das Land einen entscheidenden Anteil an den globalen CO2-Emissionen und den damit verbundenen Auswirkungen auf das Klima.

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